Bryan Adams eröffnete seine Ausstellung im NRW-Forum

Blick in die Ausstellung. Hier Filmbösewicht Danny Trejo.
Blick in die Ausstellung. Hier Filmbösewicht Danny Trejo.
Foto: WAZ FotoPool
Eigentlich ist Bryan Adams zurzeit als Musiker mit seiner Band auf Tour. Für die Eröffnung seiner Ausstellung "Bryan Adams – Exposed" im NRW-Forum flog der Fotograf Adams am Freitag extra nach Düsseldorf: „Ich bin Bryan. Guten Morgen“. Und: „Sorry, gibt’s hier einen Kaffee?“

Düsseldorf.. Vier Stunden Schlaf sind nicht besonders viel, das gilt auch für einen Rockstar. Und die Pendelei zwischen zwei Kontinenten steckt man mit über 50 auch nicht mehr ganz so locker weg. Eigentlich, erzählt Bryan Adams im NRW-Forum, in dem sich die Journalisten an diesem Freitagvormittag förmlich auf den Blöcken stehen, ist er zurzeit als Musiker mit seiner Band in Los Angeles auf Tour. Für die Ausstellungseröffnung flog er extra nach Düsseldorf. Und so ist es ein ruhiger, gänzlich unaufgeregter Star mit Gel-Scheitel und Lebensfurchen, der sich da dem Publikum in seinem Zweitjob als Fotokünstler vorstellt: „Ich bin Bryan. Guten Morgen“. Und: „Sorry, gibt’s hier einen Kaffee?“

„Danke für die Einladung“, sagt Bryan Adams auch, zweimal sogar. Einmal zu Werner Lippert und Petra Wenzel vom NRW-Forum; für den 1959 geborenen Kanadier und Wahl-Briten ist es eine der größten Ausstellungen überhaupt. Das zweite Mal bedankt er sich kurz darauf bei einer Kollegin. Ob er in Düsseldorf Karneval feiere, will die Fernsehjournalistin wissen. Adams winkt ab. Mit einem Mal sieht er noch ein bisschen müder aus. „Morgen fahre ich zurück nach London.“ Dennoch: „Danke für die Einladung.“

Rund 150 Fotografien sind zu sehen, die meisten zeigen Musikerkollegen wie Amy Winehouse, Lana Del Rey und Schauspieler wie Mickey Rourke und Danny Trejo. Es gibt Hochglanzporträts, aber auch Charakterbilder, Nähe und private Augenblicke inklusive. Aber Adams stellt auch eine Serie neuer Arbeiten vor, die er von Afghanistan-Heimkehrern festhielt: Bilder von schockierender Härte, auf denen Kriegsversehrte für den Künstler posierten. „Ich bewundere ihren Optimismus, die Fähigkeit, nach vorn zu blicken. Das Leben geht weiter, so ist es.“

Zehn bis zwölf Jahre fasst die Schau in drei Ausstellungssälen zusammen. „Beim Rundgehen habe ich mich erinnert, wie viel Arbeit das war.“ Was den Künstler an der Fotografie fasziniert? „Dasselbe wie an der Musik. Dass wir etwas aus dem Nichts erschaffen.“

Nach einer runden halben Stunde ist es genug. „Noch Fragen?“ , erkundigt sich Bryan Adams höflich. Zwischendurch bimmelt sein Handy. Ein überaus spießiger Klingelton. Adams drückt das Gespräch weg: „My Mother“. Sein Grinsen wird noch ein wenig breiter. Damit hat er sogar die Queen in Grund und Boden gelächelt und ihr so auf einem Foto ein herzliches Lachen entlockt. Und das schafft nun wirklich nicht jeder.

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