Brutale Arena-Attacke: Am Mittwoch fällt das Urteil

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Ein Fan-Betreuer wurde in der Arena brutal verprügelt. Dafür müssen sich zwei 28-Jährige verantworten. Am Mittwoch fällt das Urteil.

Düsseldorf..  Nach rund drei Monaten will das Amtsgericht morgen (10 Uhr, Saal 1.120) im Prozess gegen zwei mutmaßliche Schläger aus der Arena zum Urteil kommen. Seit Oktober müssen sich zwei 28-jährige Stadion-Besucher verantworten, weil sie im Herbst 2012 bei einem Erstliga-Spiel der Fortuna gegen Bayern München erst randaliert und herumgepöbelt, dann einen Fanbetreuer (35) attackiert und ihn ins Koma geprügelt haben sollen. Die Brutalität der Attacke hatte auch im Gerichtssaal für blankes Entsetzen bei den Prozesszuschauern gesorgt: Der Fanbetreuer war damals auf eine Gruppe von Stadionbesuchern aufmerksam geworden, weil sie schon während der Partie gegen Bayern München (Endergebnis 0:5) herumgepöbelt und Bierbecher sowie Essensreste ins Arena-Publikum geworfen hatten.

Als er nach dem Abpfiff jene Randalierer ermahnte, „dass man sich bei uns im Stadion benimmt – und was deren Aktion unter dem Tribünendach sollte“, habe der Fan-Betreuer sofort Faustschläge geerntet, wurde von einem Randalierer festgehalten, während ein zweiter ihm das Knie mehrfach ins Gesicht rammte.

Und zwar so oft und so wuchtig, dass der Fan-Betreuer damals zusammenbrach und mit schwersten Kopfverletzungen in die Notaufnahme musste. Dort wurde festgestellt, dass die Rammstöße die gesamte Stirnfront des 35-Jährigen zertrümmert und nach innen deformiert hatten, so dass der komplette Stirnbereich mit Platten rekonstruiert werden musste. Auch die Nebenhöhlen des 35-Jährigen waren zertrümmert. Zurückbehalten hat er neben einer langen Narbe auch tägliche Kopfschmerzen, ein Taubheitsgefühl am Kopf, einen Dauer-Tinnitus beidseitig sowie Schlafstörungen und extreme Platzangst. Die Staatsanwaltschaft ist sicher, dass die beiden 28-Jährigen für die Aggressionen und Verletzungsfolgen verantwortlich waren. Einer hatte in einem früheren Prozess getönt, er sei zuerst angegriffen und geschlagen worden, habe sich bloß gewehrt, dabei könne er auch „mal das Knie“ hochgezogen haben. Doch etliche Augenzeugen widersprachen dem.