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Feuer

Brand im Sexshop - Mieter in Todesangst

05.12.2007 | 10:55 Uhr

Feuerwehr musste 16 Hausbewohner in einer dramatischen Aktion retten.

In einer dramatischen Rettungsaktion befreite die Feuerwehr am Dienstagabend 16 Menschen, die bei einem Feuer in einem fünfgeschossigen Wohn- und Geschäftshaus an der Karlstraße von Flammen und Rauch eingeschlossen waren waren. Unter den Geretteten ist ein sieben Monate alter Säugling, ein zweijähriger Junge und ein 13-jähriges Mädchen. Die Bewohner hatten noch großes Glück, dass die Feuerwehr in Minutenschnelle am Unglücksort war. Einige verzweifelte Mieter hatten versucht, durch das Treppenhaus zu flüchten und beißenden Qualm eingeatmet. Die Retter stülpten ihnen Fluchthauben über und brachten sie ins Freie. Zwölf Bewohner mussten vorsorglich ins Krankenhaus. Eine 66-jährige Frau und ein 45-jähriger Mann erlitten eine schwere Kohlenmonoxid-Vergiftung und wurden in der Druckkammer der Uni-Klinik behandelt. Auslöser war ein Feuer in einem Sex-Shop im Erdgeschoss.Feuerwehrmann Heinz Engels war schon zu vielen Hausbränden geeilt. Und er beobachtete immer wieder dieselben Verhaltensmustern von Menschen, die bei einem Brand um ihr Leben bangten: „Nur die wenigsten bleiben ruhig. Viele geraten in Panik. Sie stürzen aus der Wohnungstür und wollen nur eines: Schnell raus!” Selbst wenn der Fluchtweg völlig verqualmt ist. Nur die wenigsten wissen, dass schon drei tiefe Atemzüge im Rauch ausreichen, um das Bewusstsein zu verlieren. Drei Minuten später tritt der Tod ein. Mancher Fliehende hat es im Treppenhaus nur bis zur zweiten oder ersten Etage geschafft. Allein im Vorjahr rückte die Feuerwehr zu 1400 Wohnungsbränden aus. Sieben Menschen starben, 230 Eingeschlossene wurden noch rechtzeitig in Sicherheit gebracht. Die neuesten Zahlen: In den vergangenen acht Wochen rettete die Feuerwehr bei neun Bränden 64 Bewohner. 28 von ihnen erlitten Verletzungen.In der Not vergessen Bewohner oft die einfachsten Verhaltensregeln. Sie lassen Türen und Fenster offen, so dass sich giftige Brandgase ausbreiten. Sie alarmieren Nachbarn nicht. Manche ergreifen die Flucht, ohne sich vorher zu vergewissern, ob noch jemand in der Wohnung ist. Das erschwert die Arbeit der Feuerwehr enorm. „In solchen Situationen wird der Kopf einfach abgeschaltet”, weiß Heinz Engels zu berichten. „Die Menschen sind verwirrt, stehen unter Schock, sind apathisch.” Deshalb ist es wichtig, sich auf einen möglichen Notfall vorzubereiten und sich die wichtigsten Tipps einzuprägen:    Ruhe bewahren. Ist die Wohnung vom Feuer nicht direkt betroffen, drinnen bleiben, Türen und Fenster schließen. Nasse Handtücher vor Ritzen und vor dem Schlüsselloch verhindern, dass Qualm in die Zimmer dringt. Handy bereithalten, Feuerwehr verständigen und auf Hilfe warten.    Brennt es in der eigenen Wohnung, bleibt oft nur die Flucht durch den Flur oder auf den Balkon. Hier gilt: Keinen zurücklassen! Nicht in senkrechter Haltung verharren! In Bodennähe ist es weniger heiß, bleibt noch etwas länger Luft zum Atmen. 

Michael Mücke

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