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Bonjour Russland, adieu Aquazoo?

23.10.2008 | 19:02 Uhr

MUSEEN. Die Kulturinstitute der Stadt verbuchten im vergangenen Jahr einen Zuwachs von rund 230 000 Besuchern.

Krokodile, Haie und der handzahme Otter Nemo: Der Aquazoo bleibt in der Gunst des Publikums die Nummer eins der Düsseldorfer Museen. Allerdings kamen im Jahr 2007 mit 397 000 Besuchern rund 20 000 weniger als im Vorjahr. Um gegen die Konkurrenz im Umland besser bestehen zu können, sind zahlreiche Neuerungen für eine "Wasser-Tier-Erlebnis-Welt" geplant. Die Investitionen in Höhe von 30 Millionen Euro stehen aber, wie berichtet, wegen der Finanzkrise auf der Kippe.

International profilieren

Gewinner im "Kulturreport 2007", den die Stadt jetzt veröffentlicht hat, ist das museum kunst palast. Mit 335 500 Gästen schlenderten 75 000 mehr als 2006 durch die Hallen. Dank des Publikumsmagneten "Bonjour Russland" feierte die Stiftung ihr erfolgreichstes Jahr überhaupt. Noch ein Rekord: Für die Ausstellung buchten Gäste 3584 Führungen. Immer beliebter wird auch der "Audioguide": Mit Kopfhörern gingen 61 500 Besucher durch die Russland-Schau. "Mit dieser Ausstellung ist es uns gelungen, Düsseldorf auch zwischen den Quadriennale-Jahren unter der Marke ,ArtCity' international zu profilieren", betonte Kulturdezernent Hans-Georg Lohe.

Insgesamt verbuchten die städtischen Kulturinstitute ein Besucherplus. Mit 3,62 Millionen Besuchern zeigten 230 000 mehr Interesse als 2006. Besonders erfreulich: Die Anteil der Kinder und Jugendlichen wuchs um 83 000 auf 815 585 und liegt bei 22,5 Prozent.

Auch bei den Kinofreunden ging es aufwärts. Das Filmmuseum lockte unter anderem mit Karl Valentin über 42 500 Gäste (plus 25 Prozent) an. Knapp geringer ist die Wachstumsrate im "Hetjens". 27 710 Besucher bewunderten die Keramikkunst.

Tendenz steigend hieß es auch für das Stadtmuseum (37 700 Gäste), Theatermuseum (20 819), Mahn- und Gedenkstätte (17 793) und das Heinrich-Heine-Institut (12 100).

Erfreulich schnell hat sich "KIT" (Kunst im Tunnel) etabliert. Für 3,4 Millionen Euro nach den Plänen des Architekten Niklaus Fritschi zwischen den Tunnelröhren am Rheinufer gebaut und im Februar 2007 eröffnet, zog es in den ersten elf Monaten 32 524 Gäste in das skurrile Kellergewölbe. "Hier haben wir eine Plattform geschaffen, auf der sich junge Künstler in eindrucksvoller Architektur präsentieren können", so Lohe.

Barocke Pracht und Gartenkunst haben hingegen an Anziehungskraft verloren. Zu Schloss und Park Benrath zog es 88 899 Schaulustige, 20 000 weniger als im Jahr zuvor. "Unser Erfolg ist stark abhängig vom Wetter", betont Gabriele Uerscheln vom Vorstand der Stiftung.

Ein Ausflug nach Benrath lohne sich für viele Menschen nur, wenn sie damit auch einen Spaziergang durch den Park verbinden können. "So sind vor allem die Wintermonate für unsere Museen trotz verschiedener Ausstellungen und Sonderveranstaltungen weiterhin die schwächsten des Jahres", so Uerscheln.

Einen Besucherschwund musste auch die Kunsthalle hinnehmen. Im 40. Jahr des Bestehens des Hauses am Grabbeplatz schauten sich 41 422 Menschen (minus zehn Prozent) die Ausstellungen mit regionaler Kunst und internationaler Avantgarde an.

RÜDIGER HOFF

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