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Bildung für die Chefs von morgen

09.10.2008 | 19:41 Uhr

UNIVERSITÄT. Ein wissenschaftlicher Blick über den eigenen Tellerrand hinaus: Das "Studium Universale" wird ausgebaut.

Bildung ist mehr als Berufsausbildung. Bildung beginnt, wenn ein Historiker weiß, wie das aktuelle physikalische Weltbild aussieht. Wenn ein Mediziner klassische Texte interpretieren kann und ein Mathematiker von den Problemen der Genforschung weiß. "Und warum sollte sich ein Wirtschaftswissenschaftler nicht in der Lyrik des Mittelalters auskennen?" fragt Uni-Rektor Alfons Labisch. Um gleich die Antwort zu geben: "Heute wird von Führungspersönlichkeiten einfach mehr erwartet als ihr Fachwissen." Deshalb wurde an der Heine-Uni das "Studium Universale" eingeführt - ein wissenschaftlicher Blick über den eigenen Tellerrand hinaus.

Eine Million Euro spendiert

Am Anfang war eine Idee und viel Geld: Düsseldorfs Ehrenbürger Udo van Meeteren spendierte der Uni eine Million Euro und legte somit das Fundament des Studiums Universale. Mit weiteren Mitteln aus dem Hochschul-Etat ist ein eigenständiges Zentrum entstanden, das auf vier Säulen steht:

Jeder Bachelor-Student ist verpflichtet, Kurse zu belegen, die mit seinem Studienfach nichts zu tun haben. Da starten Juristen die Vortragsreihe "USA vor der Wahl", Erziehungswissenschaftler bieten eine Einführung in die Online-Marktforschung, Mediziner erklären Nicht-Medizinern die Eigenschaften von Tumorzellen.

"Sogenannte Schlüsselqualifikationen werden im Berufsleben immer wichtiger." Deshalb organisiert Christoph auf der Horst, Leiter des Zentrums, regelmäßig Seminare, in denen Studierende lernen, wie aus ihnen geschliffene Rhetoriker werden, wie sie ihre Teamarbeit verbessern oder ihre Prüfungsängste meistern.

Wissenschaft in die Öffentlichkeit zu transportieren, ist die dritte Aufgabe des Zentrums. Kostenlose Ringvorlesungen wenden sich auch an die Düsseldorfer. Da ging es bisher um "Chancen und Herausfordungen des Alterns" oder um "Schönheit im Spiegel der Wissenschaften."

Das vierte Erfolgsmodell wurde für Kinder mit Forscherdrang konzipiert. Mehrfach im Semester gehen Wissenschaftler gemeinsam mit ihnen einer Frage auf den Grund. Beispiel: "Warum ist die Welt so bunt?" und sorgen damit stets für volle Hörsäle.

Die dürften auch der nächsten Kinder-Uni sicher sein, bei der es um das aktuelle Thema Geld geht: "Wie gewonnen - so zerronnen." Der Termin, der wohl auch für Erwachsene spannend ist, wird rechtzeitig veröffentlicht.

UTE RASCH

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