Düsseldorf

Bettler im Zug - Warum die Nutzer sauer sind auf die Bahn

Immer mehr Pendler klagen über Bettler in den Zügen, inzwischen auch auf Düsseldorfer Gebiet.
Immer mehr Pendler klagen über Bettler in den Zügen, inzwischen auch auf Düsseldorfer Gebiet.
Foto: WAZ FotoPool/ Ralf Rottmann
Was wir bereits wissen
In Nahverkehrszügen rund um Düsseldorf wird verstärkt gebettelt. Diesem Problem soll sich die Deutsche Bahn endlich annehmen, finden unsere Nutzer.

Düsseldorf. Pendler klagen über vermehrte Bettelei in den Nahverkehrzügen der Deutschen Bahn. Bei den Verantwortlichen sei „ein generelles Problem dieser Art nicht bekannt.“ Das sehen unsere Nutzer anders und wettern dagegen: "Wie blind müssen eigentlich die "Verantwortlichen" der Deutschen Bahn sein, wenn ihnen dieses Problem nicht bekannt ist", kritisiert Nutzer dutsche.

Die Deutsche Bahn argumentiert zudem, dass, anders als im Flugverkehr nicht jeder Reisende im ÖPNV kontrolliert werden könne. Laut Statuten ist das Betteln und Belästigen von Fahrgästen in den Zügen jedoch verboten und dagegen müsse vorgegangen werden. "Der Bahn und der Öffentlichkeit wurde es mehrfach deutlich kundgetan. Nun ist die Bahn Mithilfe der Behörden etc. in der Pflicht", findet JoeIsDa.

Mehr Personal und verstärkte Kontrollen zur Problemminderung

Auch Erbeckl kritisiert die Deutsche Bahn: "So einen Bericht mit ähnlichen Beschwerden gab es vor kurzem bereits und daraus schließe ich, dass sich rein gar nichts geändert hat und sich dafür niemand verantwortlich fühlt!"

Nutzer wonko4 greift zudem altbekannte Probleme der Deutschen Bahn in den Kontext mit auf: "Bei dem derzeit wieder massiven Mangel an Pünktlichkeit betrachte ich die Bettler ehrlich gesagt als eher geringes Problem. Andererseits ist es natürlich aus Sicht der Bahn prima geeignet, um von den selbstverschuldeten Problemen abzulenken."

Das Problem erledige sich von selbst, wenn die Deutsch Bahn mehr Personal und Kontrollen durchführe, glaubt Kettwichtich.

Es gibt auch Stimmen, die Partei für die Bettler ergreifen, sogar Mitgefühl zeigen: "Man sollte mal lieber öfter an diese Menschen denken. Klar man kann sagen, dass man in Deutschland nicht betteln muss, aber warum tun es doch so viele?", fragt Anna Lahbabi in die Runde.

Auch steffie_streik sieht das ähnlich: "Diese Menschen sind arm, sie steigen bestimmt nicht aus Spaß in einen Zug und bitten andere Leute um Geld."

Bettler gehen nur dahin, wo es sich lohnt

Genau dieses Mitgefühl wird von anderen Nutzern als Brandbeschleuniger für die zunehmenden Bettelei gesehen: "Die Bettler sind auch nur rationale Entscheider und Optimierer. Die gehen nur dahin wo es sich lohnt. Solange zu viele falsches Mitleid haben, wird sich nichts ändern", schreibt DanielRausE.

Der Meinung ist auch mar.go: "Fakt ist, dass die ganze Bettelei ein lukratives Geschäft mit der Gutmütigkeit der Leute ist - nichts weiter." Pwaldow bezeichnet die Bahnfahrt sogar als exzellentes Geschäftsumfeld, bei dem "die Zielgruppe etwa alle 30 Minuten komplett wechselt" und "sich das Kundschafts-Publikum der direkten, unmittelbaren Ansprache nicht entziehen kann."

Mit Humor geht Gordon E. Neumann asn das Thema. Er weiß, wie man der unangenehmen Situation mit einem Bettler in der Bahn entgegentritt: "Ich habe immer einen aktuellen Kontoauszug von meinem Girokonto dabei. Selbigen zeige ich vor, wenn ich angebettelt werde! In der Regel wünscht der Bettler mir anschließend viel Glück, noch einen schönen Tag und verschwindet!"