Betrug mit Doktortiteln?
10.09.2009 | 20:40 Uhr 2009-09-10T20:40:00+0200Düsseldorf. Gegen 100 Wissenschaftler in ganz Deutschland ermittelt die Staatsanwaltschaft. Sie sollen gegen Bezahlung auch Doktoranden mit miesen Noten zur Promotion zugelassen haben. Der Verdacht richtet sich nun auch gegen einen Düsseldorfer Mediziner.
Als „Doktorfabrik” war das Institut für Wissenschaftsberatung in Bergisch-Gladbach jahrelang ein Geheimtipp unter Uni-Absolventen. Denn dort fand sich selbst dann ein Weg, den begehrten Titel zu erreichen, wenn die Examensnoten für eine Promotionszulassung nicht ausreichten. Deshalb wurde der Geschäftsführer im Juni zu einer Haftstrafe rechtskräftig verurteilt. Nun hat der bundesweite Bestechungsskandal auch Düsseldorf erreicht. Die Staatsanwaltschaft Köln ermittelt gegen einen Mediziner, der als Privatdozent an der Heine-Uni Vorlesungen hält.
Schlechte Noten zählten nicht
Dem Dozenten wird Bestechlichkeit vorgeworfen. Bereits in der vergangenen Woche hatte NRW-Innovationsminister Andreas Pinkwart bei einer Anhörung im Landtag mitgeteilt, dass die Kölner Staatsanwälte 100 Fälle bundesweit untersucht. Die Muster waren offensichtlich immer gleich: Das Institut für Wissenschaftsberatung warb damit, bereits 1000 Promotionen vermittelt zu haben und dabei mit Fakultären in ganz Deutschland zu kooperieren. Professoren, die großzügig über schlechte Noten von Doktoranden hinwegsahen, soll das Institut Schmiergeld gezahlt haben.
Am 11. März durchsuchte die Staatsanwaltschaft die Räume des Instituts, und fand weitere Professorennamen, die sich auf das illegale Angebot eingelassen hatten.
Zu diesem Zeitpunkt hatte ein Jura-Professor aus Hannover bereits gestanden, für 4000 Euro Honorar Doktoranden angenommen zu haben, die von ihren Noten her normalerweise nie eine Promotions-Möglichkeiten bekommen hätten. Der 53-Jährige wurde inzwischen wegen Bestechlichkeit ebenfalls zu einer Haftstrafe verurteilt.
An der Uni Düsseldorf war man gestern zunächst erleichtet, dass der neueste Verdacht sich nicht gegen einen bei der Hochschule angestellten Professior, sondern um einen Privatdozenten handelt. Rektor Michael Piper sicherte der Staatsanwaltschaft „volle Unterstützung bei der Aufklärung des Falles zu.” Er kündigte an, dass nun die internen Kommissionen ihre Arbeit aufnehmen werden. Es sei im Interesse der Uni, dass die Sache schnell aufgeklärt werde.
Auch für Akademiker, die für ihre Promotion gezahlt haben, könnte der Skandal ein Nachspiel haben. Sie werden möglicherweise ihre Doktortitel verlieren, außerdem drohen auch ihnen Verfahren.
Für den Wirtschaftswissenschaftler Manuel Rene´ Theisen sind die bekannt gewordenen Fälle nur die Spitze des Eisberges. Er spricht seit Jahren von dem „Trio infernale” aus Promotionsberatern, Doktoranden und bestechlichen Doktorvätern.
Das Institut aus Bergisch Gladbach spielt dabei keine Rolle mehr: Es hat mittlerweile Insolvenz angemeldet.
17:03
ich würde auch gerne namen lesen wollen!
09:31
#1: Ich bin ganz Ihrer Meinung.
Ich bin auch der Meinung, dass ein Dr.-Ing.-Titel z.B. Im Maschinenbau mehr wert ist als ein Dr.- med., einfach wegen der höheren geistigen Leistung, die zum erlangen des Titels erforderlich ist.
Mir ist völlig schleierhaft, wie man auf die Idee kommen kann, sich einen Doktortitel zu kaufen. Was sind es doch geistig arme Würmer, die ein Leben lang mit dem gekauften Titel herumlaufen und sich auch noch etwas darauf einbilden.
Ich stelle das gleich mit einem Marathonläufer der eine Abkürzung benutzt um mit der Weltspitze mitzuhalten. Einfach erbärmlich.
Zum Glück kann man mit ein wenig Menschenkenntnis häufig schon nach wenigen Sätzen erkennen, wessen geistig Kind man vor sich hat.
09:29
So ist das in der Old Brothership-Gesellschaft, das ist auch eine Form von Inzucht, wenn auch geistiger Natur.
14:42
Vor Doctores habe ich noch nie Respekt gehabt, im Gegenteil, ich habe im Laufe meines Lebens die größten Nieten unter den Doctores kennengelernt.
Da passt dieser Bericht dazu wie die Faust aufs Auge!
14:28
Ich verlange hier die Namen! Wenn man den Mut nicht hat, dann bitte auch nichts über die Sache berichten!
13:44
Hoffentlich verlieren die Typen, die sich ihren Doktor erschlichen haben, auch ihre Titel und laufen nicht bis zu ihrem Lebensende stolz und arrogant herum.
13:31
Warum werden keine Namen genannt? Bei irgendwelchen, noch nicht verurteilten potentiellen Tätern heißt es doch auch immer Wolfgang P. oder Hans D aus Ort XY.....
12:07
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11:55
Also bitteschön, die Dr. Titel bei den Medizinern waren doch schon immer eine Lachnummer.
Ich erinnere mich da noch an meine Zeit an der TH Aachen. Im TH Anzeiger wurden die Doktorarbeiten und Themen regelmäßig aufgelistet. Da waren solche Klopper dabei wie: Das Hebammenwesen in Aachen im 19. Jahrhundert. Wir Maschinenbauer haben da gewiehert vor lachen!