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Stadtarchiv-Einsturz

Beschuldigter Polier von Kölner U-Bahn soll nun in Düsseldorf mitarbeiten

09.02.2010 | 14:09 Uhr
Beschuldigter Polier von Kölner U-Bahn soll nun in Düsseldorf mitarbeiten

Düsseldorf.Nach dem Geständnis eines Bauarbeiters über Pfusch am Kölner U-Bahn-Bau werden neue brisante Details bekannt. Der Bauarbeiter hatte eingeräumt, dass an der Unglücksstelle bewusst nachlässig gearbeitet worden sei - und zwar auf Anweisung eines Poliers. Dieser soll nun an den U-Bahn-Bauten in Düsseldorf beteiligt sein.

Im Zusammenhang mit dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs vor knapp einem Jahr sind neue Details bekannt geworden. Bei den Ermittlungen zur Unglücksursache soll nach einem Bericht des „Kölner Stadt-Anzeigers“ (Dienstagausgabe) ein Arbeiter Schlampereien an der U-Bahn-Baustelle eingeräumt haben.

Laut dieser Aussage sollen in einer Außenwand, die das U-Bahn-Bauwerk sichern sollte, zu wenig Eisenbügel eingeflochten worden sein. Der Bauarbeiter will auf Anweisung seines Poliers gehandelt haben. Die nicht verwendeten Eisenbügel seien an einen Schrotthändler verkauft worden.

Konsequenzen für Düsseldorf noch nicht bekannt

Derselbe Polier soll laut der Online-Ausgabe des „Kölner Stadt-Anzeigers“ vom Dienstag an den U-Bahn-Arbeiten für die Wehrhahn-Linie in Düsseldorf beteiligt sein. Dort werde das gleiche Bauverfahren angewandt wie in Köln, der unterirdische Schildvortrieb. Noch ist offen, ob die Kölner Vorfälle Konsequenzen für den U-Bahn-Bau in Düsseldorf haben werden.

Der beschuldigte Polier soll die Vorwürfe zurückgewiesen haben. Sowohl seine Wohnung als auch seine Arbeitsstelle sind durchsucht worden.

Die Staatsanwaltschaft hat am Mittag einen Zusammenhang mit dem Einsturz des Stadtarchivs vor fast einem Jahr verneint. Die erwähnten Ermittlungen gegen Mitarbeiter der Baufirma beträfen ein getrenntes Untreue- und Betrugsverfahren und hätten nichts mit den Untersuchungen zu der eigentlichen Unglücksursache zu tun, erklärte die Anklagebehörde in Köln. Es seien keine Anhaltspunkte dafür ersichtlich, dass „die fehlerhafte Montage der Bewehrungskörbe in einem ursächlichen Zusammenhang“ mit dem Einsturz des Stadtarchivs stehe.

Die Kölner Staatsanwaltschaft betonte, sie sei vor kurzem bei separaten Ermittlungen wegen des Verdachts der Messdatenmanipulation bei der Baufirma auf Anhaltspunkte für eine bewusst fehlerhafte Montage gestoßen und ermittle daher gegen zwei Verantwortliche. Demnach soll auf Anweisung eines Poliers nicht die vorgegebene Anzahl von Verbindungselementen in Segmenten verbaut worden sein, um diese zu verkaufen. Bereits am 29. Januar habe sie deshalb die Wohn- und die Arbeitsstätte des Hauptbeschuldigten in Düsseldorf durchsuchen lassen.

Dabei gehe es jedoch um den Vorwurf der Untreue und des Betrugs und nicht um den Einsturz des Stadtarchivs, betonte die Staatsanwaltschaft. Die Ermittlungen zu dem Unglück vom März 2009 würden auch weiterhin gegen Unbekannt geführt. Zu möglichen Einsturzursachen würden sich die Ermittler zudem bis zur Vorlage der in Auftrag gegebenen Expertengutachten öffentlich nicht äußern. Dies geschehe auch, um „weiteren Spekulationen sowie Verunsicherungen vorzubeugen“, erklärte die Behörde.

Blick auf die Baustelle des ehemaligen historischen Stadtarchivs in Köln.

Zwei junge Männer sind bei Einsturz gestorben

Der etwa 3,50 Meter breite Abschnitt der Außenwand, in dem die Metallbügel fehlen, befindet sich vor der zur Severinstraße gelegenen Front des zerstörten Archivs. Es soll derselbe Abschnitt sein, in dem ein Gutachter bereits vor Monaten „Auffälligkeiten“ entdeckt hatte. Zudem gibt es Hinweise darauf, dass das gesetzlich vorgeschriebene Protokoll für diesen Bauabschnitt gefälscht worden sein soll.

Nach Auffassung der Kölner Verkehrs-Betriebe könnte das Fehlen der Eisenbügel die Stabilität der Stützwand an dieser Stelle beeinträchtigt haben. Möglicherweise habe die Wand „dem Grundwasserdruck kein ausreichendes Widerlager“ geboten, heißt es in einem Schreiben an die Arbeitsgemeinschaft der Bauunternehmen. Die Staatsanwaltschaft dagegen hält es dem Bericht zufolge für unwahrscheinlich, dass das Fehlen der Eisenbügel den Einsturz verursacht hat.

Der Einsturz des Stadtarchivs und zweier benachbarter Wohnhäuser in Köln am 3. März 2009 wird mit dem U-Bahn-Bau in Verbindung gebracht. Damals waren zwei junge Männer ums Leben gekommen und zahlreiche historische Dokumente verschüttet und beschädigt worden. Ein Wassereinbruch in die U-Bahnbaustelle am Stadtarchiv gilt als wahrscheinlichste Unglücksursache. (ddp/afp)

DerWesten

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Kommentare
14.02.2010
15:46
Beschuldigter Polier von Kölner U-Bahn soll nun in Düsseldorf mitarbeiten
von M. Horbach | #5

So schlimm die Vorfälle an der Kölner U-Bahn auch
sind, die sogenannte Fussnote vom 13. Februar ist kaum weniger schlimm.
Als Kölnerin, die seit Jahr und nun schon im Ruhrge-
biet lebt, hat mich diese Fussnote sehr getroffen.
Wer sagt denn, dass Düsseldorf schöner ist?
Und Alt und/oder Pils besser schmecken als Kölsch?
Jedem das seine! Es mag ja auch nicht jeder Sauerkraut oder Steak!
Und keiner wird gezwungen, Kölsch zu trinken!
Und ob das Repertoire von Unwahrheiten woanders weniger umfangreich ist, wurde bisher noch nicht untersucht/veröffentlicht!
Das Schlimmste: Der Verfasser dieser sogenannten Fussnote scheint mit seiner Aussage, daß . . . der Bestand an Kölnern trotz Hochwasser nicht gefährdet ist, nicht bedacht zu haben, dass solche Sprüche schon sehr grenzwertig sind (Hetzerei). Ziemlich traurig für eine doch so
renommierte Zeitung wie die WAZ!

12.02.2010
23:13
Beschuldigter Polier von Kölner U-Bahn soll nun in Düsseldorf mitarbeiten
von 04 Fan | #4

Kommentar 3
Du hast recht !!!!!! Wie kann die Stadt Köln auf den Prüfing. verzichten !!!!! Dieser Akt ist kriminell !!!!
Der Bauleiter gehört hinter Gitter !!!
Dieser Mann trägt die Verantwortung !!!!!

12.02.2010
11:39
Beschuldigter Polier von Kölner U-Bahn soll nun in Düsseldorf mitarbeiten
von SchlitzWandOhr | #3

Für die osteuropäischen Bauarbeiter eine Möglichkeit, ihre Hungerlöhne aufzubessern.
Sie wissen, in die dreckige Baugrube steigt kein Kontrolleur. Im Baubüro, bei Kaffee und Kuchen und diversen Kleinigkeiten, wird dann die Abnahme zelebriert.

12.02.2010
09:51
Beschuldigter Polier von Kölner U-Bahn soll nun in Düsseldorf mitarbeiten
von Schmieder | #2

Es ist nicht zu glauben, was wir lesen,es ist nicht
Griechenland, nein es ist Deutschland. Skrupellose Politiker, Baufirmen die ein 2.Stand-
bein im Schrotthandel haben.Wann wacht der
sogenannte Rechtsstaat endlich auf.Es heißt
doch in Deutschland ist noch keine Mafia, dabei
sind wir schon viel weiter.

09.02.2010
16:14
Beschuldigter Polier von Kölner U-Bahn soll nun in Düsseldorf mitarbeiten
von Elektrosteiger | #1

Hoffentlich bricht da nichts ein...

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