Beleidigung wird teuer

Monheim.. Wegen Beleidigung musste sich deshalb gestern ein 47-jähriger Mann vor dem Amtsgericht Langenfeld verantworten.

Die beiden Polizisten sind sich sicher. Den Ausspruch „Ihr Dreckschweine“ wollen sie genau gehört haben. Der Monheimer hingegen will nur zu sich selbst gesprochen haben: „Scheiß Schweinerei“ habe er sich über ein Knöllchen geärgert.

Alles nur ein Missverständnis? Davon konnten der Angeklagte und sein Verteidiger den Richter nicht überzeugen. Das Ergebnis der Verhandlung: 50 Tagessätze zu 10 Euro, insgesamt 500 Euro. Damit kommt der Frührentner immerhin 700 Euro günstiger weg als mit dem ursprünglichen Strafbefehl.

Der Beleidigung war eine Temposünde vorausgegangen. Im August erklärten die Ordnungshüter dem 47-Jährigen bei einer Kontrolle, dass er mit einem Monat Fahrverbot und 120 Euro Geldstrafe zu rechnen habe. Für den Sozialhilfeempfänger ergab sich daraus eine schwierige Situation, denn seine Eltern sind pflegebedürftig. Bei der anschließenden Diskussion ließen sich die Polizisten nicht auf einen Kompromiss ein. Die Bitten des Mannes „etwas Mensch“ zu sein, „ein Auge zuzudrücken“ und noch mal alles zu überdenken, wurden abgelehnt. Über 20 Minuten soll das Gespräch gedauert haben. Ohne Erfolg für den Fahrer, der daraufhin in seinen Wagen stieg und die beleidigende Äußerung von sich gegeben haben soll. „Ärgern darf man sich“ stellte der Richter dazu fest. Aber nur über sich selber.

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