Beim CSD in Düsseldorf geht es nicht um Putin oder Merkel

Der offen schwul lebende DSDS-Superstar Daniel Schumacher nimmt dieses Jahr am Düsseldorfer CSD teil.
Der offen schwul lebende DSDS-Superstar Daniel Schumacher nimmt dieses Jahr am Düsseldorfer CSD teil.
Foto: NRZ
Am Pfingstwochenende starten in Düsseldorf die Demo und das Straßenfest zum diesjährigen „Christopher Street Day“. Dieses Mal geht es um die eigene Stadt und nicht um die weltweite Schwulen-Politik.

Düsseldorf.. Unter dem Motto „unser Dorf“ laden viele Vereine, Verbände, Händler und Gastronomen vom 22. bis 24. Mai auf den Johannes-Rau-Platz am Rheinufer ein. Hauptattraktion beim Straßenfest anlässlich des Christopher Street Days, kurz CSD, wird die große Bühne sein, auf der die Veranstalter auch in diesem Jahr ein großes Programm bestehend aus verschiedenen Show-Acts, Künstlern und Politikern bieten werden.

Unter dem Motto „unser Dorf“ und den dazu gehörenden Ergänzungen wie „hat“, „kann“ und „braucht“ reden die Veranstalter in diesem Jahr vorrangig über das Leben der homosexuellen Gemeinschaft in Düsseldorf.

Nicht nur über Putin und Merkel meckern

„Wir haben die Nase voll von dem ganzen Gejammer über Putin und Merkel – reden wir über unser eigenes Dorf!“, meint Kalle Wahle, Sprecher vom CSD-Team. Es geht in diesem Jahr also vor allem darum über sich selbst und das Leben in Düsseldorf zu sprechen. „Wir wollen in diesem Jahr nicht nur meckern, sondern auch mal zeigen wie gut es uns hier geht“, meint Wahle.

Einige Änderungen im Ablauf wird es in diesem Jahr auch geben. Die angemeldete Demonstration wird nicht wie in den Jahren zuvor am Sonntag sondern am Samstag stattfinden. Auch die Route wurde verändert. Startpunkt wird in diesem Jahr nicht mehr an der Kö sein sondern am DGB-Haus an der Friedrich-Ebert-Straße. Von hier aus wird es in diesem Jahr auch über den Shadow-Platz gehen. „Wir versprechen uns davon, in diesem Jahr mehr Menschen auf unserer Route zu kreuzen in den letzten Jahren“, so der Organisator des diesjährigen CSD.

„Darunter werden bestimmt auch Leute sein die uns auf ihrem Samstagsbummel nicht so gerne sehen wollen. 25 Prozent der Bevölkerung müssen wir noch überzeugen. Deswegen ist das, was wir da machen auch keine Parade sondern eine Demonstration.“

Vor der Demo wird es am Johannes-Rau-Platz eine Diskussionsrunde geben, bei der es auch um die Entwicklungen rund um Dügida in Düsseldorf gehen wird. „Wir müssen darüber reden ob auf rechtsradikal zukünftig wieder Schwulenhass folgen wird“, meint Wahle.

Abgerundet wird der diesjährige CSD von verschiedenen Show-Acts. Eins der Highlights wird am CSD-Sonntag die Premiere des Lieds „77“ sein, den fünf Künstlerinnen und Künstler, darunter „Deutschland sucht den Superstar“-Gewinner Daniel Schuhmacher, präsentieren werden. „In über 70 Ländern wird Homosexualität strafrechtlich verfolgt. In sieben Ländern droht sogar die Todesstrafe. Das thematisiert der Song“, erklärt Kalle Wahle.

Eröffnet wird das Straßenfest am CSD-Freitag, 22. Mai, um 19 Uhr auf der Bühne am Johannes-Rau-Platz. Mit dabei sind unter anderem die Swinging Funfares und Düsseldorfs schwul-lesbische Karnevalsgesellschaft Regenbogen. Am Samstag gibt es auf der Bühne ein Statement von Oberbürgermeister Thomas Geisel, dem Schirmherrn des CSD sowie unter anderen einen Auftritt der in Düsseldorf aufgewachsenen und in Köln lebenden Sängerin und Moderatorin Isabel Varell.