Bei Großrazzia 15 Festnahmen am Düsseldorfer Hauptbahnhof

Die Polizei ist Taschen- und Gepäckdiebstählen am Düsseldorfer Hauptbahnhof auf der Spur.
Die Polizei ist Taschen- und Gepäckdiebstählen am Düsseldorfer Hauptbahnhof auf der Spur.
Foto: Lars Heidrich / WAZ FotoPool (Archiv)
Was wir bereits wissen
Die Düsseldorfer Polizei macht Jagd auf Taschendiebe und Räuber. Am Dienstagabend wurden zahlreiche Lokalitäten am Hauptbahnhof durchsucht.

Düsseldorf.. 200 Polizisten haben am Dienstagabend ab 19.30 Uhr Cafés, Shishabars und Spielhallen rund um den Düsseldorfer Hauptbahnhof durchsucht. Die Razzia galt nach Polizeiangaben Personen, "die im Verdacht stehen, Taschen- und Gepäckdiebstähle sowie Straßenraubdelikte, aber auch Einbrüche zu begehen".

Bis 1 Uhr nachts waren die Beamten laut eines Polizeisprechers in insgesamt 12 Räumlichkeiten. Insgesamt überprüften die Beamten 213 Personen. Es habe 15 Festnahmen gegeben. "Der Einsatz ist ruhig und gesittet abgelaufen", so der Sprecher am Mittwochmorgen. Man habe die Verdächtigen, wie geplant, beim Schauen eines Fußballspiels zwischen Algerien und dem Senegal "überrascht". Die meisten Vorwürfe lauteten auf "illegalen Aufenthalt", viele Festgenommene seien nordafrikanischer Abstammung - "die Klientel der Straftäter", so der Sprecher, "die wir erwartet haben".

Ziel war es, die Identität der angetroffenen Menschen festzustellen, zu überprüfen, sie zu durchsuchen sowie ihren Aufenthaltsstatus zu klären.

Rückzugsräume für Straftäter

Die Polizei habe Erkenntnisse, dass die Lokalitäten am Hauptbahnhof als Rückzugsraum dienten. "Neben der Verhinderung dieser Delikte haben wir ein Projekt ins Leben gerufen, um die Täter zu identifizieren, ihre Herkunft und Unterschlüpfe aufzuklären sowie ihre Absatzmärkte ausfindig zu machen" so der Einsatzleiter Roland Wolff.

Neben der Polizei waren auch Mitarbeiter der Stadt und der Zoll an der Aktion beteiligt. Bei einem 31-Jährigen, der bereits mit einem Haftbefehl zur Abschiebung gesucht worden war, fanden die Ermittler Drogen. Die anderen 14 Festnahmen richteten sich gegen Personen im Alter von 19 bis 59 Jahren. Bei allen bestehe der Verdacht, dass sie sich illegal in Deutschland aufhalten.

Darüber hinaus wurde ein Haftbefehl vollstreckt, der durch eine Zahlung von 2.000 Euro abgegolten werden konnte. Zudem stellte das Ordnungsamt zahlreiche ordnungsrechtliche Verstöße fest und es wurden Anzeigen gefertigt.

Die Razzia habe der Polizei viele Erkenntnisse gebracht

"Speziell im Bereich der Altstadt, aber auch im Bereich des Flughafens und in einigen Innenstadt-Hotels ist die Anzahl der Taschen- und Gepäckdiebstähle sowie der Straßenraubdelikte nach wie vor hoch. Es reicht nicht, diese Straftaten durch starke polizeiliche Präsenz an den Brennpunkten einzudämmen", so der Einsatzleiter Roland Wolff. "Wir müssen auch dahin, wo die Täter sich aufhalten, vermeintlich sicher fühlen, ihre Taten verabreden und die gemachte Beute absetzen", ergänzt der Kriminaldirektor.

Nach der Aktion vom Dienstag "werden wir auch zukünftig solche Aktionen durchführen", so Wolff. "Die Razzia hat uns eine Menge an Erkenntnissen zu handelnden Personen und örtlichen Strukturen gebracht." (dor/Juwe)