Baustraße wird bis 2017 zur Baustelle

Hilden..  Die Stadt lässt Kanäle, Fahrbahn und Gehwege komplett erneuern. Ursprünglich sollten die Arbeiten ein Jahr dauern. Jetzt ist von bis zu zwei Jahren (bis Januar 2017) die Rede. Anwohner Axel Backhaus ist beunruhigt und sorgt sich, dass sich nicht nur die Bauzeit, sondern auch die Kosten verdoppeln, an denen sich die Grundstückseigentümer beteiligen müssen: „Ich bin enttäuscht von der Informationspolitik der Stadt Hilden.“

Die Bauzeit wird sich in der Tat verlängern, möglicherweise auf bis zu zwei Jahre, bestätigt Tiefbauamtsleiter Harald Mittmann: „Dadurch steigen aber nicht die Beiträge der Grundeigentümer. Sie müssen sich nur an den Straßenbaukosten, nicht an der Kanalsanierung finanziell beteiligen.“

Bei der Information der Anwohner der Baustraße sei die Bauzeit auf ein Jahr geschätzt worden. Inzwischen hätten sich jedoch die Stadtwerke Hilden entschlossen, auch sämtliche Versorgungsleitungen (Gas, Wasser, Strom) in der Baustraße zu erneuern. Dazu müssten auch die Hausanschlüsse saniert werden. „Die Baustraße wird quasi unter- und oberirdisch komplett erneuert“, fasst Mittmann zusammen. Das sei in einem Jahr nur zu schaffen, wenn die Baustraße komplett gesperrt werde – auch für die Anlieger. Das sei den Anwohnern aber nicht zuzumuten. Deshalb müsse die Baustraße abschnittsweise saniert werden, was die Bauzeit verlängert. „Die Anlieger können ihre Grundstücke aber während der gesamten Bauzeit erreichen.“

Die Erneuerung der Kanäle – sie sind mehr als 60 Jahre alt, marode, undicht und zu klein – kostet rund 635 000 Euro. Der Straßenausbau – auch die Baustraße ist mehr als sechs Jahrzehnte alt – kostet gut eine Million Euro. Daran müssen sich die Grundeigentümer nach dem Kommunalabgabengesetz finanziell beteiligen. Die Verwaltung werde in dieser Woche entscheiden, ob sie den beitragspflichtigen Eigentümern ein Ablöseverfahren anbieten wird, berichtet Arnold Hoff, Sachgebietsleiter Bauverwaltung. Dann könnten die Beitragspflichtigen bereits vor der Schlussabrechnung die errechneten Beiträge zahlen. „Die Bürger haben schnell Gewissheit, die Stadt kann sich frühzeitig refinanzieren“, erläutert Hoff die Vorteile dieses Verfahrens.

Zur Not zahlt die Stadt drauf

Sollte es am Ende doch teurer werden, zahlt die Stadt drauf. Fallen die Straßenbaukosten geringer aus, ginge das zu Lasten der Bürger. „Das Risiko ist gering und trifft beide Vertragsparteien“, meint Hoff.

Der erste Bauabschnitt (Kreuzung Baustraße/Lindenstraße) wird etwa bis Ende März dauern. Eine Baustellenampel regelt den Verkehr. Die Buslinie 782 fährt seit Montag eine Umleitung über die Forstbachstraße. Knaacks Büdchen und der von Pendlern benutzte Parkplatz Lindenplatz sind weiter erreichbar. Im zweiten Schritt werden in der Baustraße (ab Lindenstraße) der Regenwasserkanal sowie die Gas-, Wasser- und Stromleitungen ausgetauscht. Anschließend wird die Straße ausgebaut, von der Forstbachstraße aus in Gegenrichtung.

Für den Durchgangsverkehr ist die Baustraße gesperrt – Anlieger und Fußgänger frei. Der Verkehr wird über die Forstbachstraße umgeleitet. Deshalb fallen dort sechs markierte Parkplätze weg. Zwischen der Straße Am Banden und der Baustraße ist auf der gesamten östlichen Straßenseite ein Halteverbot eingerichtet worden.