Bauboom in Langenfeld

Langenfeld..  Die Langenfelder rücken enger zusammen. Rings um die Innenstadt entstehen zurzeit neue Wohngebiete und werden Baulücken geschlossen. Die Nachfrage nach Eigenheimen und Eigentumswohnungen sei groß, bestätigt Hendrik Marcial von der Paeschke GmbH. Das Unternehmen errichtet Wohnhäuser auf dem ehemaligen Möbel-Zaß-Gelände und am Eckener Weg, startet in Kürze zwei weitere Projekte und bereitet die große Siedlung auf dem ehemaligen Stadtwerke-/Feuerwehrgelände vor. Weit fortgeschritten sind neue Wohngebiete anderer Unternehmen an der Nelly-Sachs-Straße und der Uhlandstraße, noch im Frühjahr startet das größte Bauvorhaben an der Düsseldorfer Straße.

Mit Blick auf die für Langenfeld in Auftrag gegebene Wohnungsmarktanalyse spricht der städtische Planer Stephan Anhalt von einer guten Entwicklung. „Jeder Neubau trägt dazu bei, die in Langenfeld offenbar vorhandene Nachfrage nach Eigenheimen und auch Geschosswohnungen zu befriedigen.“ Als das mit dem Gutachten beauftragte Gewos-Institut im Februar 2014 einen ersten Zwischenbericht vorlegte, da war von einer „ziemlich angespannten“ Lage am Langenfelder Wohnungsmarkt die Rede gewesen.

Das Gutachten ist nach Anhalts Angaben bald fertig. Es wird den Stadtpolitikern in einer Sondersitzung zweier Fachausschüsse am 17. März zur Diskussion vorgelegt. „Das Thema ,preiswerter Wohnraum’ und der möglicherweise vorhandene Bedarf an sozialem Wohnungsbau ist dabei eine der Kernfragen.“ Zuvor werde ein aus Stadtplanern und Vertretern von Bauträgern, Kirchen, Sozialverbänden, Mieterbund sowie Haus und Grund gebildeter Arbeitskreis über Wohnungsbedarf und -angebot in Langenfeld diskutieren. „Diesen Sachverstand wollen wir dann in die Sondersitzung einfließen lassen.“

Anhalt räumt ein, dass zuletzt über drei, vier Jahre in Langenfeld nur wenig neue Wohnhäuser errichtet worden seien. „Aber in dieser Zeit wurden viele neue Planungen entwickelt. Und wie sich überall im Stadtgebiet zeigt, werden diese jetzt verwirklicht.“

An der Nelly-Sachs-Straße errichten die beiden Bauträger Dornieden und Vista Doppel- und Reihenhäuser, aber auch freistehende Eigenheime für 74 Familien. „Die ersten Doppelhäuser sind schon bezogen“, sagt Dornieden-Sprecher Rüdiger Ohle. „Ende 2015 wollen wir größtenteils fertig sein.“ Die Käufer seien überwiegend junge Familien oder Paare mit Kinderwunsch, stammten teils aus Langenfeld, viele zögen aber auch aus Düsseldorf oder Köln zu.

Die Firma Vista hat nach eigenen Angaben einige ihrer 32 Reihenhäuser noch nicht verkauft. „Auch Geschosswohnungen in zentraler Lage sind sehr gefragt“, sagt Paeschke-Mitarbeiter Marcial. Das zeige sich bei den vier Mehrfamilienhäusern mit 70 Eigentumswohnungen, die auf dem ehemaligen Zaß-Gelände zur Kölner Straße hin schon weit gediehen sind. „Ende 2015, Anfang 2016 sind sie bezugsfertig.“ Am Eckener Weg seien die auf dem ehemaligen Sauna-Pohlmann-Gelände geplanten zehn Doppelhaushälften verkauft. Zusätzlich werden vier Sechsfamilienhäuser errichtet. Mitte 2016 soll alles fertig sein. Zudem baut Paeschke fünf Doppel- und Reihenhäuser an der Burg- und sechs Reihenhäuser an der Verbindungsstraße. Drei von der Firma GWB zwischen Solinger- und Uhlandstraße errichtete Wohnhäuser mit 25 Eigentumswohnungen sollen nach Angaben ihres Geschäftsführers Ingo Buchmayer Ende Juni bezugsfertig sein.

So viel scheint sicher: Der Nachfrage nach neuen Eigenheimen und Eigentumswohnungen in Langenfeld wird zurzeit Genüge getan. Anders als in den vier Jahren zuvor schießen größere Siedlungen und kleinere Wohnanlagen förmlich aus dem Boden, zusätzlich werden Baulücken mit Mehrfamilienhäusern geschlossen. Doch diese Angebote richten sich nur an Familien, Paare oder Einzelpersonen, die sich eigene vier Wände mit Erstbezug leisten können.

Viele Langenfelder beklagen indes einen Mangel an preisgünstigen Mietwohnungen oder für sie bezahlbarem Wohneigentum. Fast ein Jahr nach dem ersten Zwischenbericht ist es höchste Zeit, dass das mit einer Langenfelder Wohnungsmarkt-Analyse beauftragte Gewos-Institut sein Gutachten endlich vorlegt.

Und dass die Politiker dann gegebenenfalls notwendige Schritte schnell einleiten.