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Kriminalität

Banken rüsten Geldautomaten gegen Trickdiebe um

26.06.2013 | 06:29 Uhr
Raubüberfall beim Geld abheben: Zwei Jugendliche bedrängen eine Frau im Vorraum einer Düsseldorfer Sparkassen-Filiale.Foto: Polizei Düsseldorf

Düsseldorf/Essen.  Gut 100 Bankkunden in NRW dürften alleine in den ersten drei Monaten dieses Jahres Opfer von Klaubanden geworden sein. Die Täter schlagen in Bank-Räumen zu, überfallen Kunden während diese Geld am Automaten abheben - tagsüber und ohne Sorge vor Videoüberwachung. Was tun die Banken?

Die drei schlugen am hellichten Tag zu, an einem Mittwoch, "voll in der Geschäftszeit", wie ein Polizeisprecher sagt. Die Videoüberwachung im Vorraum der Sparkassenfiliale in der Düsseldorfer Innenstadt störte sie nicht. Auch nicht, dass noch eine zweite Kundin im Raum war. Als die Seniorin, auf die sie es abgesehen hatten, die Pin-Nummer am Geldautomaten eingegeben hatte, drängten zwei der Täterinnen die Rentnerin ab. Im Handgemenge drückte eine der jungen Frauen auf die "500 Euro"-Auswahltaste. Dann verschwanden die drei mit dem Geld.

Ein Fall, wie es alleine in den ersten drei Monaten dieses Jahres mindestens 100 in NRW gegeben haben dürfte. Und laut Landeskriminaltamt NRW im vergangenen Jahr insgesamt vermutlich 500 - vollendet oder versucht. Die Masche - Raubüberfall auf Kunden an Geldautomaten in Bankräumen - gilt als neu und sie wird zunehmend brutaler durchgezogen. Anfangs wurden Opfer abgelenkt, jetzt werden sie am Automaten geschubst, abgedrängt, angespuckt oder bedroht. Rechtlich handelt es sich längst nicht mehr um Trickdiebstahl, sondern um räuberischen Diebstahl. Den Tätern ist das ziemlich egal.

Raubüberfall an Geldautomaten - meist sind es Klaukids aus Osteuropa

Immer handelt es sich um die gleiche Tätergruppe - Klaukids aus Osteuropa, sagt Frank Scheulen, Sprecher im Landeskriminalamt NRW. "Sie werden hierzulande auf Beutezug geschickt". Oftmals sind sie so jung, dass sie hierzulande nicht strafmündig sind. Ein Polizist berichtet mit erkennbarem Frust: "Werden sie geschnappt, kommen sie in die Obhut einer Jugendeinrichtung. Dort büxen sie dann kurze Zeit später wieder aus".

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Beim Opferhilfe-Verein "Weisser Ring" spricht Sprecher Veit Schiemann von organisierter Kriminalität: "Diese Banden sind mobil, wechseln häufig ihre Aufenthaltsorte und setzen gezielt Minderjährige ein." Sie nutzen damit "ein rechtliches Manko in Deutschland". Es sei längst "an der Zeit", meint Schiemann, "diese Taten rechtlich besser greifbar zu machen. Ohne das Jugendstrafrecht auszuhebeln". Beim Deutschen Richterbund in NRW hält man es für nötig, wieder "über die Einführung von geschlossenen Einrichtungen für Jugendliche nachzudenken", wie es sie in NRW vor Jahrzehnten mal gab.

Was tun die Banken?

Kommentare
26.06.2013
21:11
Banken rüsten Geldautomaten gegen Trickdiebe um
von Sandy2007 | #59

Und wenn ich mich gegen diese "Kinder" wehre und ihnen dabei einen blauen Fleck am Arm zufüge, werde ich wegen Kindesmisshandlung angezeigt. DAS ist...
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http://www.derwesten.de/staedte/duesseldorf/banken-ruesten-geldautomaten-gegen-trickdiebe-um-id8111922.html
2013-06-26 06:29
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