Bahnhofsvorplatz soll schöner werden

Stadtmitte..  Die Chancen steigen, dass Düsseldorf-Besucher künftig nicht als erstes Würstchenbuden, chaotisch geparkte Fahrräder und reichlich zwielichtige Gestalten sehen. Planungsdezernent Gregor Bonin hat die Debatte um den Platz vor dem Hauptbahnhof wiederbelebt. Aktuell führt die Stadt Gespräche mit der Deutschen Bahn, die Eigentümer der anderen Hälfte der Flächen auf dem Konrad-Adenauer-Platz ist. „Die Positionen sind nicht weit auseinander“, sagt Bonin.

Entscheidung Ende des Jahres

Im Herbst, spätestens Ende des Jahres soll feststehen, in welchen Schritten die Umgestaltung des Platzes vollzogen werden soll, wie etwa die Bürger oder Künstler in das konkrete Planungsverfahren einbezogen werden. Fragen zur Finanzierung über Städtebauförderung und zum Baubeginn sollen erst in einem zweiten Schritt erörtert werden – wenn die grundsätzliche Ausrichtung klar ist.

Damit könnte eine der zähesten Stadtplanungs-Debatten in Düsseldorf ihr Ende finden. Vor gut zehn Jahren hatte die Stadt einen Gestaltungswettbewerb europaweit ausgeschrieben. Keiner der Vorschläge galt als umsetzungsfähig, zum Beispiel, weil darin Straßenbahn-Gleise subtrahiert worden, die die Rheinbahn zwingend braucht. Schließlich einigt man sich im Oktober 2005 auf den Entwurf der Arbeitsgemeinschaft Levin Monsigny Landschaftsarchitekten mit David Chipperfield Architects und wollte diesen weiterbearbeiten. Immer wieder tauchten neue Jahreszahlen als Starttermine auf, zuletzt 2012 und 2015. „Die ursprünglichen Pläne werden nicht mehr umgesetzt, es hat sich zu viel getan seitdem“, sagt Bonin nun.

Erste Ansätze zu einem Neuanfang für den Konrad-Adenauer-Platz fanden sich schon im Vertrag der Ampel-Kooperation. „Nach Fertigstellung der Großvorhaben Kö-Bogen und Wehrhahnlinie wollen wir das aus unserer Sicht städtebaulich bedeutsame Vorhaben zur Neugestaltung des Konrad-Adenauer-Platzes vorantreiben, damit der Hauptbahnhof zusammen mit dem Vorplatz zu einem einladenden Entree für Düsseldorf wird“, heißt es dort. Oberbürgermeister Thomas Geisel ist entsprechend in die Gespräche von Planungsdezernent und Bahn eingebunden.

Größter Knackpunkt in den Gesprächen ist der Wunsch der Bahn, auf der Fläche auch Geld zu verdienen. Dies würde aller Voraussicht nach durch Vermietung an Bäckerei- oder andere Essens-Stände geschehen. Solche Buden im Zentrum des Platzes engen die Freiheit der Diskussion und der Planer erheblich ein.

Schließlich steht laut Bonin eine Frage im Mittelpunkt: „Wie soll die Visitenkarte der Landeshauptstadt aussehen?“

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