Azubi ließ 35 000 Euro mitgehen

Eller..  Acht Monate Bewährungsstrafe hat sich ein 22-jähriger Auszubildender gestern wegen Diebstahls beim Amtsgericht eingehandelt. In einem Möbelhaus in Eller hatte er 2013 laut Geständnis innerhalb von viereinhalb Monaten rund 35 000 Euro bei seinem Arbeitgeber verschwinden lassen. Mit einem Kredit, den seine Eltern für ihn aufgenommen haben, konnte er den Schaden an das Möbelhaus zurückzahlen. Seine Schilderung der Tatumstände klang aber ziemlich abenteuerlich. Ein abendlicher Besuch im Kino soll laut Aussage des Angeklagten der Auslöser dafür gewesen sein, dass er in 19 Fällen immer mehr Gelder aus der Firmenkasse abgezweigt habe. Denn eigentlich habe er an jenem Kinoabend einen Firmen-Umschlag mit 1500 Euro Bargeld bei einer Bank abliefern sollen. Doch im Halbdunkel der Filmvorführung sei dieser Geld-Umschlag dann irgendwie „verloren gegangen“, so der Angeklagte gestern. „In Panik“ habe er sich daran erinnert, dass er kurz nach seinem 18. Geburtstag bereits serienweise Glücksspiele an Spielautomaten versucht hatte. Damals habe er ein geerbtes Sparkonto mit 10 000 Euro vom Großvater an Spielautomaten „innerhalb von drei bis vier Monaten komplett verzockt“, habe anschließend eine Therapie gemacht und sich sogar für geheilt gehalten. Doch um nun den Geldverlust aus der Firmenkasse wieder auszugleichen, sei er „auf die dumme Idee gekommen“, sein Glück wiederum in Spielhallen zu versuchen. „Und ich war gleich wieder voll drin, habe versucht, das ganze Geld zurück zu gewinnen!“ Dazu habe er immer neues Bargeld benötigt – und sich dazu immer wieder aus der Firmenkasse bedient. Bis der Schwindel dann doch auffiel, klaffte bereits ein Loch von mehr als 34 000 Euro in der Möbelhaus-Kasse. Der 22-Jährige verlor daraufhin seinen Ausbildungsplatz, konnte mit Hilfe seiner Eltern immerhin den Schaden ausgleichen. Doch den dafür aufgenommenen Bankkredit muss er aus eigener Tasche zurückzahlen. Das geht nur, weil er eine neue Lehrstelle gefunden hat – diesmal als Kaufmann. Als Bedingung für die Strafaussetzung zur Bewährung hat der Amtsrichter festgelegt, dass der 22-Jährigen erneut eine Therapie gegen seinen Hang zum Glücksspiel absolvieren muss.