Autohandel soll Wohnungen weichen

An der Kreuzung Werdener/Erkrather Straße will der Investor im kommenden Frühjahr mit dem Wohnungsbau beginnen.
An der Kreuzung Werdener/Erkrather Straße will der Investor im kommenden Frühjahr mit dem Wohnungsbau beginnen.
Foto: Andreas Endermann
Was wir bereits wissen
Ein Investor hat das Gelände gegenüber dem B8-Einkaufscenter in Düsseldorf für 7,1 Millionen Euro erworben und will dort 180 Miet- und Eigentumswohnungen bauen. In unmittelbarer Nähe ist ein weiteres Wohnprojekt geplant.

Düsseldorf..  Dort, wo zurzeit noch Gebrauchtwagen verkauft werden und die Belastung durch den Autoverkehr hoch ist, könnte ab kommenden Frühjahr ein Zuhause für viele Düsseldorfer entstehen. Auf dem weiträumigen Areal an der Ecke Werdener/Erkrather Straße – gegenüber dem B8-Einkaufscenter – will Investor Pro Urban 180 Wohnungen bauen, vor allem mit einer Größe von 50 und 70 Quadratmetern, die damit vor allem als Single-Haushalte geeignet wären. Das Gelände hat das Unternehmen aus Meppen bereits für 7,1 Millionen Euro im Rahmen eines Bieterverfahrens erworben. Nun will man mit der Stadt die Weichen für das Bauprojekt stellen, mit dem man am liebsten schon im kommenden Frühjahr anfangen würde, sagt Manfred Möller von Pro Urban.

Der Standort für das große Wohnprojekt ist ungewöhnlich. Bislang liegt dort vor allem eine gewerbliche Nutzung vor: In unmittelbarer Nähe – am IHZ-Park – sind zum Beispiel ein Hotel, eine Unternehmensberatung und eine Medien-Hochschule untergebracht, gegenüber ist der Neubau des Amts- und Landgerichts und gegenüber dem Areal an der Ecke Werdener/Erkrather Straße ist das B 8-Shoppingszentrum, in dem unter anderem ein Elektronik-Fachmarkt sowie ein Super- und Baumarkt untergebracht sind.

Wohnungen in einem eher gewerblich genutzten Viertel und zudem auch noch an einem Lastring zu betreiben: Das sei miteinander vereinbar, meint man beim Bauträger: Die Nähe zu der viel befahrenen Straße sei kein Problem. So plane man unter anderem Glaserker an der Fassade anzubringen, die von den Bewohnern als Wintergarten, aber eben auch als Schallpuffer dienen könnten.

Nicht weit von dem Areal an der Grenze zu Oberbilk soll ein weiteres Bauprojekt an einem eher ungewöhnlichen Ort entstehen: Auf dem alten Bahngelände an der Mindener Straße ist ein Quartier mit 400 Wohnungen geplant. Die für den Stadtteil zuständige Bezirksvertretung 3 hat dem Bau auf dem Gelände, das südlich an das Grundstück des neuen Land- und Amtsgerichts grenzt, zugestimmt. Das Projekt war schon im Jahr 2006 beim Landeswettbewerb „Junge Quartiere für das Wohnen im Alter“ vorgestellt worden, war dann aber nach einer Bürgerbeteiligung 2008 ins Stocken geraten. In einem städtebaulichen Vertrag mit dem Investor sollen 83 Wohnungen für den öffentlich geförderten Wohnungsbau sowie 81 für den preisgedämpften Bau (Nettokaltmiete: 8,50 Euro) vereinbart werden.

Auch Grünfläche ist geplant

Auf der Brache des ehemaligen Güterbahnhofs an der Grenze Oberbilk/Flingern soll auch eine Kita entstehen. Eine weitere gute Nachricht für Familien in den beiden Stadtteilen: Die Entwürfe sehen auch eine Grünfläche in dem neuen Wohnquartier vor. Die Kosten für einen großen Spielplatz soll der Investor übernehmen.

Das neue Wohnquartier soll nach Norden durch Fuß- und Radwege (über das Gelände des Justizgebäudes) angeschlossen werden, nach Süden ist eine Grün- und Wegeverbindung bis zum Sonnenpark geplant. Zudem ist für die Ortsumgehung Oberbilk eine Bebauung von vier bis fünf Geschossen vorgesehen.