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Autofahrer sollen die City meiden

19.03.2008 | 20:14 Uhr

VERKEHR. Die Kasernenstraße bleibt wegen des Baus der Wehrhahnlinie viereinhalb Jahre ein Nadelöhr. Stop and Go auf einer Fahrspur. Auch die Polizei steht im Stau. Stadt gibt Umleitungstipps.

Autofahrer brauchen starke Nerven. Seit wenigen Tagen geht es auf einer der wichtigsten City-Straßen nur noch im Schneckentempo voran. Die Kasernenstraße, die täglich von 12 000 Autofahrern genutzt wird, bleibt vom Carschhaus bis kurz vor der Kreuzung Benrather Straße einspurig. Und das viereinhalb Jahre lang. Es ist der kritischste Engpass, der durch den Bau der Wehrhahn-Linie verursacht wird, räumt Projektleiter Gerd Wittkötter ein. Direkt neben der verengten Straße entsteht der neue U-Bahnhof Benrather Straße. Die Stadt appelliert an die Autofahrer, die Baustelle weiträumig zu umfahren.

Mit Blaulicht und Sirene

Während der Rushhour am frühen Abend staut sich der Verkehr bis zur Maximilian-Weyhe-Allee zurück. Dann ist auch ein Ausweichen Richtung Kö nur schwer möglich. Ein weiteres Problem: Direkt vor der Verengung warten viele Taxifahrer auf ihre Altstadt-Kunden. Die können sich nur schwer in die überlastete Fahrspur einordnen Auch die Beamten der Altstadt-Wache an der Heinrich-Heine-Allee stehen im Stau. Und die Rettungswagen müssen sich mit Blaulicht und Sirene den Weg freimachen.

Die Polizei reagiert auf die neue Situation. "Wenn es geht, werden unsere Streifenwagen diesen Bereich umfahren", erklärte gestern Polizeisprecher Wolfgang Rodax. Die Besatzungen der Rettungswagen bekommen Pläne mit Hinweisen für Alternativ-Routen. "Wir fahren nur noch in die Kasernenstraße, wenn wir müssen", betonte Feuerwehrsprecher Heinz Engels.

Das Amt für Verkehrsmanagement versucht es mit Schadensbegrenzung. An die Parkhaus-Betreiber der Schadowstraße werden Flyer verteilt: Autofahrer sollen nicht über Schadow- Richtung Kasernenstraße, sondern über die Tonhallen- und Oststraße Richtung Süden fahren. Wer vom Norden durch die City will, soll den Rheinufertunnel nutzen. Die dynamischen Anzeigetafeln werden entsprechend geändert.

Verschärft wird die Situation durch die Bahnen: Die Kasernenstraße ist eine der wichtigsten ÖPNV-Trassen. Die Autos müssen sich nun eine Spur mit fünf Straßenbahn-Linien teilen. Das kann nicht gut gehen. Deshalb will die Stadt, dass die Linie 715 über die Berliner Allee umgeleitet wird. Amtschefin Andrea Blome: "Sonst würde der Individualverkehr zu sehr aufgehalten."

"Die größte Herausforderung"

Der Bau der 3,4 Kilometer langen Tunnelstrecke und der sechs Bahnhöfe stellt zwar Ingenieure und Arbeiter vor eine Herausforderung. "Die größte aber ist die Logistik", betonte Gerd Wittkötter. Seine Planer müssen dafür sorgen, dass der Verkehr nicht zusammenbricht, die Interessen der Anlieger abgewogen werden und keine Pannen auftreten. "Verzögerungen können wir uns nicht leisten."

MICHAEL MÜCKE

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