Ausschreibung gestoppt
14.11.2007 | 19:46 Uhr 2007-11-14T19:46:47+0100BAUVORHABEN. Die ersten Wohnhäuser an der Baustraße wachsen aus dem Boden, nur vom Kindergarten ist keine Spur.
GERRESHEIM. Jahrelang wurde protestiert, hunderte von Gerresheimern haben mit ihrer Unterschrift erfolgreich für das "Wäldchen" und gegen eine massive Bebauung zwischen Bender- und Von-Gahlen-Straße gekämpft. Die Umlegung ist beendet, die Kanäle sind verlegt, die Baustraße ist geteert. Die ersten Wohnhäuser wachsen aus dem Boden. Nur auf dem Platz, der für den Kindergarten reserviert ist, tut sich nichts. Dabei war er der Auslöser des unglaublich langen Tauziehens zwischen Bürgern und Verwaltung.
Umzug ins Bürgerhaus
"Die Ausschreibung ist gestoppt", hat Ratsfrau Marie-Agnes Strack-Zimmermann soeben erfahren. "Ich bin entsetzt. Wir werden das nicht hinnehmen."
Johannes Horn, Leiter des Jugendamtes, bleibt optimistisch: "Wir hoffen, dass wir Ende 2008 in den neuen Kindergarten einziehen können." Der Bedarf sei da, das Projekt längst beschlossen. 60 Kinder, darunter auch unter Dreijährige, sollen dort Platz haben. Zurzeit sitzt der städtische Kindergarten auf gepackten Koffern in angemieteten Räumen der katholischen Kirche. Ende November zieht er ins Bürgerhaus am Aloys-Odenthal-Platz. Eine Notlösung, weil mit dem Neubau immer noch nicht begonnen wurde.
Europaweite Ausschreibungen sind angeblich der Grund für den Stopp des Projekts. Für die FDP-Politikerin Strack-Zimmermann ist das nicht nachvollziehbar: "Der Kindergarten hat seit vielen Jahren höchste Priorität. Alles ist abgestimmt, das Geld liegt bereit." Vier Generationen von Kindern sei das neue Haus bereits vorenthalten worden.
Schneller als die neuen Doppelhäuser schießen die Gerüchte aus dem Boden. Sogar von einer Drei-Millionen-Villa statt Kindergarten ist die Rede. Noch ein Grund mehr für die Ratsfrau, politischen Druck zu machen. "Der Kindergarten darf kein Feigenblatt sein. Seinetwegen wurde schließlich die ganze Umlegung vorgenommen."
Zu den kritischen Stimmen gehört die von Anwalt Paul G. Henke. Er fürchtet im Interesse einer Anliegerin um die Ruhe in dem hochkarätigen Neubaugebiet durch Eltern, "die ihre täglich Kinder mit dem Auto zu der Tagesstätte bringen."
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