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Gericht

Ausgekegelt

26.03.2009 | 17:21 Uhr

Club-Kassierer wegen Unterschlagung verurteilt

Über 30 Jahre waren sie eine fröhliche Kegelrunde. Doch dann fiel der kleine Club auseinander, denn der Kassierer (74) hatte die Vereinsgelder für sich verwandt. Gestern wurde er vorm Amtsgericht wegen Unterschlagung zu 800 Euro Geldstrafe verurteilt.

„Wir sind so traurig”, sagte Dorothea Hemmerden (66), die seit Gründung des Clubs dabei war, auf dem Gerichtsflur. „Dass man jemanden so lange kennt und dann das!”

Sie hatte den Stein ins Rollen gebracht: Ihr war aufgefallen, dass der Kassierer seit einiger Zeit Restaurant-Besuche und Kegeltouren stets abwiegelte. Immer passte irgendwas nicht. „Da sind wir hellhörig geworden”, erzählte sie. „Wir dachten: Da stimmt doch was nicht.” Als er sich weigerte, das Kassenbuch vorzulegen, schaltete sie einen Anwalt ein, erzwang gerichtlich die Offenlegung der Unterlagen. Doch es gab keine. Er habe wohl nie zwischen seinem eigenen und dem Vereinsgeld unterschieden, so ihre Vermutung.

Insgesamt über 6000 Euro seien verschwunden, hat sie errechnet. Einige Vereinsmitglieder hätten aber auf ihr Geld verzichtet. Verurteilt wurde er für Unterschlagung von 1582 Euro.

Auch Hartz IV-Empfänger

müssen Strafen zahlen

Zur Verhandlung kam der Angeklagte gestern nicht. Er hatte sich zwar mit Krankheit entschuldigt, aber kein Attest eingereicht. Da der Prozess nur angesetzt war, weil er Einspruch gegen einen Strafbefehl eingelegt hat, erließ die Richterin ein Verwerfungsurteil, setzte den Strafbefehl in Kraft.

„Der hat sowieso kein Geld!”, warf Hans Hemmerden ein, der damals mit seiner Frau dem Club beigetreten ist. Der Angeklagte lebe von Hartz IV. „Auch dann muss man zahlen”, versicherte die Richterin.

Katharina Rüth

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