Aus Rache Kokain in den Drink gemischt

Was als Denkzettel gedacht war, führte erst zu einem bösen Streich und gestern zu einem Strafprozess beim Amtsgericht. Angeklagt war ein 25-Jähriger aus dem Ruhrgebiet dafür, dass er aus Eifersucht einem 24-jährigen Kumpel heimlich eine kräftige Dosis Kokain in dessen Getränk gemixt haben soll. Das Opfer, das danach arglos Auto fuhr, wurde prompt von der Polizei aus dem Verkehr gezogen, sein Führerschein einbehalten. Doch diesen üblen Streich verübt zu haben, bestritt der Angeklagte. Ein weiterer Zeuge soll noch aussagen, bis dahin wurde der Prozess unterbrochen.

Weil der Düsseldorfer mit der Freundin des Angeklagten intim gewesen sein soll, sann der 25-Jährige angeblich auf heimliche Rache – so die Anklage. Bei einem Café-Besuch vor zwei Jahren soll der vermeintlich Betrogene seinem Rivalen deshalb die Droge ins Getränk gemixt haben. „War ich nicht, weiß nicht mal, wo das Café ist“, wiegelte der Angeklagte ab. Der Rivale beharrte aber darauf: „Als ich nach dem Drink mit dem Angeklagten und meinem Cousin ins Auto stieg, war mir total komisch, mir wurde schwindelig und auch ganz zappelig!“ Kurz vor einer Kö-Disko musste der 24-Jährige bei einer Kontrolle dann anhalten, musste zum Drogentest – und hinterher den Führerschein abliefern. „Dabei habe ich noch nie Drogen genommen!“ Und der Angeklagte soll hinterher feixend sogar zugegeben haben, dass die heimliche Kokain-Portion im Drink von ihm stammte. Ob das so richtig ist oder ob die Denkzettel-Geschichte von dem ertappten Autofahrer nur erfunden wurde, um hier seinen Führerschein zu retten, konnte die Richterin gestern nicht klären. Sie will jetzt noch den Cousin vorladen und auch ihn als Zeugen befragen.