Aus dem Leben eines Postboten

Autor Jan Michaelis schreibt die Briefträger-Geschichten aus eigener Erfahrung.
Autor Jan Michaelis schreibt die Briefträger-Geschichten aus eigener Erfahrung.
Foto: OH
Was wir bereits wissen
„Hasan ist da!“ heißt das neue Buch des Düsseldorfer Autors Jan Michaelis. Der schreibt die Briefträger-Geschichten aus eigener Erfahrung.

Düsseldorf.. Peter Russel sah die junge Türkin an: „Ich finde nicht, dass eine Türkin deutschen Kindern Deutschunterricht geben sollte.“ Da flippte Hasan Mehmet aus: „Das genügt jetzt, Herr Russel: Erst kritisieren sie ihren Sohn in Grund und Boden, dann halten sie nichts von der Schule und deren Abschluss erscheint ihnen wertlos und jetzt pöbeln sie die Lehrerin an, die ein Studium absolviert hat und die Stelle als Lehrerin nicht in der Lotterie gewonnen haben dürfte. Halten Sie doch einfach mal ihren Mund!“ Russel schwieg.

In das Düsseldorf der Dügida-Demos

Diese Szene aus dem Buch „Hasan ist da!“ des Düsseldorfer Schriftstellers Jan Michaelis passt in das Düsseldorf der Dügida-Demonstrationen. Aber der Autor hat nicht nur das Thema der Zeit gültig formuliert. Michaelis sagt dazu: „Die Angst vor dem Islam ist irrational, da schafft mein Buch und die sympathische Figur des Hasan Mehmet auch ein Bild, dass diese Ängste auflöst.“

Allerdings ist das neue Buch des 46-Jährigen nicht im Zuge der Dügida-Demos entstanden, sondern hat einen viel älteren Ursprung. Die Figur „Hasan“ ist vor etwa fünf Jahren entstanden, zu einer Zeit, in der Michaelis in Teilzeit als Briefträger im Düsseldorfer Stadtteil Derendorf unterwegs war. „Ich habe damals viele tolle Geschichten erlebt, so entstand ein Kosmos rund um die Figur Hasan“, sagt der Autor.

Denn auch Hasan ist Postbote, ein sehr sympathischer obendrein. Und aus zwei, drei Geschichten wurden dann immer mehr. Michaelis: „Ein Freund hat mir geraten, ich solle doch ein Buch über Hasan machen, also habe ich es gemacht!“

Und der Buchhandel ist begeistert. Die Mayersche Buchhandlung auf der Nordstraße legt „Hasan ist da!“ im Stapel an die Kasse und empfiehlt: „Unser Tipp: ein schönes Buch über die Migrationssituation in Düsseldorf“.

Der türkische Briefträger erlebt dabei im Jahresverlauf die christlichen Feste. Um Hasan herum lernen wir seine Familie kennen mit dem Sohn Ben und der Frau Leyla. Ben Mehmet freundet sich in der Schule ausgerechnet mit Oliver Russel an, dem Sohn von Peter Russel.

„Hasan, der Postbote in allen Lebenslagen, liebenswert und gewitzt, vielleicht ein Anstoß für die jungen Leser, wieder einmal einen Brief zu Schreiben“, meint Kinderbuchexpertin Claudia Uebach-Pott. „Hasan, der liebevolle Vater von Sohn Ben und die Jungenfreundschaft zwischen Ben und Oliver – Das aktuelle Thema Migration wird in der Freundschaft zwischen Ben und Oliver kurzweilig aufgegriffen und liebevoll erzählt.“

Jan Michaelis ist schon längst in seinem neuesten Werk angekommen. Aktuell begleitet der Autor seinen absonderlichen Vampir Ernest Flatter auf eine Reise nach Italien. Es ist das dritte Buch im Rahmen der spannenden Kinderbuchreihe. So viel sei verraten: Flatter trifft auf seinem Trip in den Süden keinen Geringeren als den alten Pinocchio...