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Prozess

Aus Angst vor Papst Pizza in Briefkasten der Staatsanwälte geworfen

08.01.2013 | 11:34 Uhr
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Aus Angst vor Papst Pizza in Briefkasten der Staatsanwälte geworfen
Der Angeklagte soll der Staatsanwaltschaft Düsseldorf eine Pizza in den Briefkasten geschoben haben. Archivbild: Hayrettin Özcan / WAZ FotoPool

Düsseldorf.   Ein notorischer Straftäter steht wegen 20 Vergehen vor dem Amtsgericht. Die skurrilste Tat: Er soll der Staatsanwaltschaft eine Pizza in den Briefkasten geschoben haben – als Beweisstück. Der Angeklagte fühlt sich vor allem durch den FC Bayern München und den Papst verfolgt.

Mit einem notorischen Straftäter hat das Amtsgericht derzeit zu tun: Der 38-Jährige hat gestohlen, ist Schwarz-gefahren, hat Menschen bedroht und beleidigt. Zum Teil kann man seine Taten mit Wahnvorstellungen erklären. Vor allem wohl seine skurrilste Tat: Er soll der Staatsanwaltschaft eine Pizza in den Briefkasten geschoben haben.

Damit wollte er den Ermittlern ein Beweisstück liefern. Der Mann glaubt sich nämlich verfolgt, vor allem durch den Fußball-Verein Bayern München und den Papst. Der Heilige Vater soll ihm sogar nach dem Leben trachten – unter anderem durch eine vergiftete Pizza.

Dieser Angriff auf die Sauberkeit der Staatsanwalts-Post ist derzeit aber nicht Gegenstand des Prozesses, sondern ein bunter Strauß an Vergehen, insgesamt zwanzig Anklagen: In den letzten zwei Jahren wurde der Mann mehrfach mit Marihuana erwischt, er soll oft ohne Ticket Bahn gefahren sein. Einige Male soll er in Supermärkten Kleinigkeiten wie Margarine oder Zaziki mitgehen lassen oder mit gefälschten Lebensmittel-Gutscheinen bezahlt haben.

In Obdachlosenheimen machte er sich auch keine Freunde: Einen Hausmeister soll er geschlagen, einen Pförtner als „fettes Schwein“ beschimpft, einem Mitbewohner Pfefferspray geklaut haben. Einen Bekannten soll er per SMS gedroht haben, ihm den „Dreckschädel“ einzuschlagen, einem anderen soll er die Außenspiegel abgetreten haben. Er soll eine Börse aus einem Haus, eine weitere aus einer Klinik gestohlen haben. Und einmal soll er noch im alten Landgericht in den Raum mit den Anwaltsfächern eingedrungen sein. Dort soll er Akten genommen, das Papier der Staatsanwaltschaft in die Post geworfen, aber die roten Aktendeckel behalten haben – um sie für eigene Akten zu nutzen.

Ein Gutachter hat bereits paranoide Wahnvorstellungen festgestellt. Bei einigen Taten könnte er vermindert schuldfähig gewesen sein. Wie das Gericht insgesamt die Taten bewertet, entscheidet sich Anfang Februar.

Von Katharina Rüth

Kommentare
09.01.2013
07:30
Aus Angst vor Papst Pizza in Briefkasten der Staatsanwälte geworfen
von Musashi | #5

Wie sagt man so schön: "Verstand verkifft und jetzt einen auf MORBUS MÜTZE machen!" Früher nannte man das "groben Unfug" und mit ein wenig Arbeitsdienst wurden die Neuronen schnell wieder sortiert!!!

1 Antwort
Aus Angst vor Papst Pizza in Briefkasten der Staatsanwälte geworfen
von gudelia | #5-1

Paß mal lieber auf, daß die dir, wenn es soweit ist, nicht als erstes die Schüppe in die Hand drücken.

08.01.2013
14:50
Aus Angst vor Papst Pizza in Briefkasten der Staatsanwälte geworfen
von JOJOJONNY | #4

vermutlich könnte sich seine situation durch den verzicht auf marihuana schon ein wenig verbessern....

08.01.2013
14:07
Aus Angst vor Papst Pizza in Briefkasten der Staatsanwälte geworfen
von Schorlemme | #3

Wenn jemand wie der Mann mutmaßlich unter paranoide Schizophrenie leidet, kann man ihm wenig helfen. Im Gegenteil, bei vielen Erkrankten verschlimmern sich die Symptome.

Und Hilfe muss man auch annehmen.

08.01.2013
13:24
Aus Angst vor Papst Pizza in Briefkasten der Staatsanwälte geworfen
von RennYuppieRenn | #2

Mir geht der FC Bayern München aber auch auf den Sack.

1 Antwort
Aus Angst vor Papst Pizza in Briefkasten der Staatsanwälte geworfen
von hubmeier | #2-1

und der Papst..... und so als Nachfolger der Borgias ist das mit der Pizza ja nun mal nicht von der Hand zu weisen...

08.01.2013
12:28
Aus Angst vor Papst Pizza in Briefkasten der Staatsanwälte geworfen
von gudelia | #1

Mir tut der Mann leid. Traurig, daß man nicht in der Lage ist einem Kranken und damit auch der Gesellschaft, zu helfen.

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