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Prozess

Auftritt vor Gericht für Heinersdorff

13.11.2012 | 06:00 Uhr
Auftritt vor Gericht für Heinersdorff
René Heinersdorff trat in eigener Sache vor Gericht auf.Foto: Kai Kitschenberg

Düsseldorf. „Ein komischer Unfall“, fand der Polizist, der den kleinen Crash auf der Bilker Allee aufgenommen hatte. Könnte der Titel eines Theaterstücks sein. Es war aber echtes Leben, auch wenn Theaterchef René Heinersdorff (49) in der Hauptrolle auftrat: Er war angeklagt, einem Taxi die Vorfahrt genommen zu haben. Zum Glück hatte es nur Schrammen im Blech gegeben, kein Drama also. Am Ende stellte das Gericht das Verfahren ein.

180 Euro Bußgeld und einen Punkt in Flensburg sollte der Schauspieler und Direktor des Theaters an der Kö dafür bekommen. Dagegen legte er Einspruch ein. „Der Taxifahrer wusste wohl nicht, dass ich überall Vorfahrt habe!“, scherzte er augenzwinkernd auf dem Gerichtsflur.

Im Saal überzeugte der Komödienfachmann den Richter lieber mit sachlichen Argumenten. Er sei an der Bilker Kirche von der Lorettostraße kommend nach links in die Bilker Allee eingebogen, habe dabei vorschriftsmäßig den Verkehr beobachtet: „An der Ecke muss man halten. Da war niemand!“

Kurz danach habe ihn das Taxi seitlich touchiert. „Da war ich längst auf meiner Spur.“ Der Taxifahrer habe wohl den Abstand zwischen ihm und den parkenden Autos falsch eingeschätzt. „Als wir ausstiegen, dachte ich, er entschuldigt sich, aber er hat mich angemacht, ich hätte die Vorfahrt missachtet.“

Auch die Polizei hatte vor Ort nicht klären können, wer schuld war. Wie der Taxifahrer die Kollision erklärt hätte, erfuhr das Gericht nicht. Denn der zweite Protagonist des Stücks verpasste seinen Auftritt und erschien nicht. Der Richter brummte ihm dafür 200 Euro Ordnungsgeld auf, ersatzweise vier Tage Haft.

Auch nach Ansicht des Richters waren die Schäden an den Autos – Heinersdorff hatte für seine 4500 Euro zahlen müssen – „in keiner Weise korrespondierend“ mit dem Vorwurf des Taxifahrers. Er könne Heinersdorff zwar nicht freisprechen, ohne den Vorfall gründlich aufzuklären – möglicherweise mit Hilfe eines Gutachtens. Aber wegen des geringen Schadens könne er das Verfahren auch einstellen. Womit Heinersdorff hoch zufrieden war. Happy End.

Katharina Rüth

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2012-11-13 06:00
Düsseldorf