Auf dem Holzweg zu den neuen Bäumen

Golzheim..  Das Prinzip der Schülerfirma ist nicht neu und wird zum Beispiel vom Institut der Deutschen Wirtschaft in Köln seit 20 Jahren erfolgreich praktiziert. In der Sekundarstufe I gründen Schüler ein Unternehmen, das nach einem Jahr wieder aufgelöst wird. Innerhalb dieses Zeitraums lernen die Jugendlichen unter realen Bedingungen die Grundprinzipien des unternehmerischen Handels kennen. Die Geschäftsidee, die 15 Jungen und ein Mädchen am Max-Planck-Gymnasium umgesetzt haben, ist jedoch aufgrund des ebenso lokalen wie aktuellen Bezugs durchaus außergewöhnlich. Unter dem kreativen Firmennamen „StormEla“ produzieren die Gymnasiasten Holz-Untersetzer mit Düsseldorfer Motiven wie dem Fernseh- oder dem Schlossturm. Auch eine limitierte Sonder-Edition mit Logos der Fortuna und der DEG sind in Arbeit. Der Clou dahinter: „Wir werden 50 Prozent des Erlöses der Initiative Neue Bäume für Düsseldorf spenden“, erklärt Lucie Daniels, als Abteilungsleiterin Marketing das einzige Mädchen in der fiktiven Firma.

Geschäftsführer Simon Rings hofft bei einer Stückzahl von 500 Exemplaren darauf, bis zu 1000 Euro spenden zu können. „Wir hatten auch überlegt, Sturmholz zu verwenden, damit unsere Idee noch authentischer umgesetzt werden kann, mussten uns aber belehren lassen, dass dieses zu nass sei und es zu trocknen, einfach zu teuer gewesen wäre“, erklärt er. Stattdessen kauften die Elftklässler des Sozialwissenschafts-Projektkurses normales Holz in einem Baumarkt. Das Startkapital haben sich die Jung-Unternehmer über 90 Anteilsscheine zu je zehn Euro besorgt, die sie im Familien- und Bekanntenkreis absetzen konnten. „Wir haben auch selbst jeweils einen Schein zurückbehalten, um Anteilseigner an unserem Unternehmen zu sein“, sagt der Firmenchef.

Die externen Anteilseigner sollen ihr Geld später zurückbekommen, ein Gewinn für die Schüler ist also nicht vorgesehen. Seit den Sommerferien treffen sich die 16- und 17-Jährigen einmal die Woche. „Wir haben inzwischen aber so viel Herzblut in die Idee investiert, dass wir auch außerschulisch aktiv sind“, erzählt Rings. Die Schüler schneiden das Holz selbst zu, das Reinfräsen der einzelnen Motive übernimmt eine Schreinerei.

„Das Lackieren und Schleifen führen wir dann aber ebenso wieder durch wie die Verpackung und den Verkauf“, betont Lucas Krumrey, Vorstand der Verwaltung. Die Schüler erhoffen sich vor allem über den Online-Shop ihrer Homepage sowie über Facebook ein guten Absatz. „Wir werden aber auch bei schulischen Veranstaltungen oder bei einem Renntag auf der Galopprennbahn präsent sein. Und für die letzten zehn Untersetzer mit den limitierten Fortuna- und DEG-Motiven könnten wir uns eine Versteigerung vorstellen“, erklärt Lucie Daniels, die mit ihren männlichen Kollegen im Großen und Ganzen gut klarkomme, „auch, wenn es natürlich manchmal ein bisschen anstrengend ist“, lacht sie. Damit auch keine Absatzchance unentdeckt bleibt, ist „StormEla“ wie ein richtiges Unternehmen mit den Abteilungen Geschäftsführung und Verwaltung, Marketing und Finanzen, Produktion und Verkauf aufgebaut.

Im Mai hoffen die Schüler des Max-Planck-Gymnasiums dann beim Landeswettbewerb der Schülerfirmen in Kaiserswerth einen der vorderen Plätze zu belegen. Wichtiger ist ihnen aber natürlich, dass viel Geld für neue Bäume zusammenkommt. „Wir können auch nachproduzieren“, sagt Rings.

Einen Eindruck von der Arbeit der Schüler des Max-Planck-Gymnasiums erhält man im Internet: www.stormela.de.