Düsseldorf

Au-pair-Mädchen schwanger – Gastfamilie muss Kosten tragen

Wer ein Au-pair-Mädchen beschäftigt, muss für unvorhergesehene Kosten aufkommen, auch wenn er getäuscht wurde, entschied nun das Verwaltungsgericht Düsseldorf.
Wer ein Au-pair-Mädchen beschäftigt, muss für unvorhergesehene Kosten aufkommen, auch wenn er getäuscht wurde, entschied nun das Verwaltungsgericht Düsseldorf.
Foto: Uwe Schaffmeister / WAZ Fotopool
Was wir bereits wissen
Ein Au-pair-Mädchen aus Peru kommt hochschwanger bei seiner Gastfamilie in Düsseldorf an. Die Familie muss trotzdem für ihren Lebensunterhalt aufkommen.

Düsseldorf. Wer ein Au-pair-Mädchen beschäftigt, muss für unvorhergesehene Kosten aufkommen, auch wenn er getäuscht wurde. Das hat das Düsseldorfer Verwaltungsgericht am Donnerstag dem Gastvater eines Au-pair-Mädchens aus Peru klar gemacht. Der zog daraufhin seine Klage gegen die Stadt zurück. Die 19-Jährige war hochschwanger nach Deutschland eingereist und hatte kurz nach ihrer Ankunft ein Kind zur Welt gebracht.

Auslandsaufenthalte Die Peruanerin war mit ihrem Baby nach der Geburt elf Wochen von der Stadt untergebracht worden. Die Kosten von insgesamt rund 2400 Euro muss nun die Gastfamilie tragen. Er habe das Au-pair-Mädchen zur Betreuung seiner eigenen vier Kinder verpflichtet und sei arglistig getäuscht worden, hatte der Gastvater argumentiert.

Gastfamilie verpflichtet sich, für den Lebensunterhalt zu sorgen

Die Gastfamilie hatte sich vor der Einreise wie üblich bei der Ausländerbehörde verpflichten müssen, für den Lebensunterhalt des Mädchens in Deutschland aufzukommen. Dies ist Voraussetzung für die Erteilung des notwendigen Visums. Hätte er von der Schwangerschaft der Peruanerin gewusst, hätte er weder den Au-pair-Vertrag, noch die Verpflichtungserklärung unterschrieben, argumentierte der Gastvater.

Der Richter sagte, die Gastfamilie habe sogar noch Glück gehabt, dass die Peruanerin freiwillig ausgereist sei. Die Kosten hätten deutlich höher ausfallen können. Mit dem Unterschreiben der Verpflichtungserklärung gehe jede Gastfamilie ein hohes Risiko ein. (dpa)