Asylzweigstelle Münsterstraße: Stadt setzt Handscanner ein

Wegen des hohen Andrangs verschärft die Stadt Düsseldorf die Sicherheitsmaßnahmen in der Asylzweigstelle an der Münsterstraße. Flüchtlinge, die sich dort beraten lassen wollen, werden nun auch per Handscanner auf gefährliche Gegenstände kontrolliert. Nötig wird diese Maßnahme, da es in der Vergangenheit vermehrt Übergriffe in der Beratungsstelle gegeben hatte. Ende Mai musste gar die Polizei anrücken: Ein Wartender hatte Pfefferspray gegen den Sicherheitsdienst und einen Mitarbeiter der Asylzweigstelle eingesetzt.

Seit Dezember 2011 haben sich die Fallzahlen von 469 Fällen auf aktuell 1538 Fälle im Mai 2015 nahezu verdreifacht. Dies führt für alle Beteiligten insbesondere am Monatsende zu einer extrem angespannten Arbeits- und Wartesituation.

Amtsleiter Roland Buschhausen erläutert dazu: „Wir wollen mit dieser Maßnahme unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aber auch den vielen Menschen, die sich an die Asylzweigstelle wenden, mehr Sicherheit bieten. Der Einsatz des Handscanners scheint uns nach einer Eskalation und aufgrund der konkreten räumlichen Situation in der Münsterstraße geboten. Nach dem Umzug der Asylzweigstelle wird diese Vorkehrung nicht mehr nötig sein.“

Da die räumlichen Kapazitäten am Standort in der Münsterstraße ausgeschöpft sind, plant die Stadt den Umzug der Asylzweigstelle. Bis zu dessen Realisierung voraussichtlich im Spätsommer werden jetzt vorübergehend verschiedene Maßnahmen umgesetzt, um am alten Standort weiterhin einen reibungslosen Ablauf zu garantieren. So wurde die Zahl der Ordner an den Sprechtagen zum Monatswechsel erhöht, auch an den Nichtsprechtagen wird künftig ein Ordner im Haus sein.

Die Asylzweigstelle in der Münsterstraße bietet an jeweils drei Tagen in der Wochen Sprechzeiten an, in denen in Düsseldorf untergebrachte Flüchtlinge die Möglichkeit haben, beispielsweise wirtschaftliche Hilfe zu beantragen. Aber auch im Hinblick auf die Wartesituation der Flüchtlinge sollen Verbesserungen noch am alten Standort geschaffen werden.

Die Flüchtlingsbeauftragte Miriam Koch führt zurzeit Gespräche mit verschiedenen Organisationen und entwickelt gemeinsam mit den Mitarbeitern des Amtes für Soziale Sicherung und Integration Ideen, um während der oft stundenlangen Wartezeit zum Beispiel Informationen in verschiedenen Sprachen an die Wartenden zu verteilen oder auch für eine bessere Versorgung währenddessen zu sorgen. „Der Umzug an einen neuen Standort wird innerhalb der nächsten Monate erfolgen und für alle Beteiligten, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Flüchtlinge, deutliche Verbesserungen bringen“, so Koch.