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Asyl in der Kaserne

20.01.2015 | 00:12 Uhr

Hubbelrath. Das Land NRW ist auf die Stadt Düsseldorf zugekommen mit der Bitte, eine staatliche Einrichtung zur Erstaufnahme von Asylbewerbern auf einem kleinen Teil des Geländes der Bergischen Kaserne in Hubbelrath zu errichten. Rund ein Achtel der Gesamtfläche des ehemaligen Bundeswehrstandorts wird dafür in Anspruch genommen. Nun müssen die Rahmenbedingungen dafür weiter geprüft werden. Nach den derzeitigen Planungen sollen die Asylbewerber in insgesamt fünf Gebäuden nahe dem Eingang der Bergischen Kaserne untergebracht werden. Dazu kommen weitere Gebäude für administrative Zwecke.

Die Einrichtung könnte nach und nach in den kommenden Monaten für etwa 500 bis 600 Flüchtlinge hergerichtet werden; die Summe der dort untergebrachten Menschen wird auf die insgesamt in Düsseldorf unterzubringenden Asylbewerber vollständig angerechnet. Die Flüchtlinge könnten dort vorübergehend aufgenommen und betreut werden, bevor sie auf andere Kommunen im Land verteilt werden.

Erstes Gespräch geführt

Darüber ist seitens der Landesregierung ein erstes Gespräch mit Sozialdezernent Burkhard Hintzsche geführt worden. Wenige Tage später wurden der Runde Tisch Asyl sowie die Ratsfraktionen und der Bezirksvorsteher von dieser Absicht informiert. Mit der Aufnahme der ersten Flüchtlinge ist nicht vor Herbst 2015 zu rechnen.

Oberbürgermeister Thomas Geisel plädiert für Aufgeschlossenheit gegenüber den Plänen des Landes NRW. Zum einen würde das Maß der Düsseldorfer Zuständigkeiten für Flüchtlinge nicht ausgedehnt, zum anderen gehe nach seiner Überzeugung in der aktuellen Lage nichts an einer temporären Nutzung eines Teils der Kaserne vorbei. „Es wird allgemein gefordert, dass der Bund seine Liegenschaften schnell zur Verfügung stellt, um die Lage von Flüchtlingen in Deutschland zu verbessern. Genau das geschieht hier“, so Geisel. „Die Aufnahme von Flüchtlingen ist eine Gemeinschaftsaufgabe, der sich auch die Stadt Düsseldorf gern stellt.“

Für den Wohnungsbau

Der OB macht zugleich klar, dass die Wohnungsbauentwicklung der Stadt auch mit dem Kasernengelände an der B7 zusammenhängt. Der gesamte Bereich soll – nach ausführlicher Prüfung – in den nächsten Jahren für den Wohnungsbau verwendet werden.

„Mittelfristig hat der Wohnungsbau dort Priorität“, sagt der OB und verweist darauf, dass es sich um eine der letzten großen Reserveflächen für den Wohnungsbau handele. Dazu wird das Stadtoberhaupt in Kürze ein Gespräch mit Vertretern der Landesregierung führen.

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2015-01-20 00:12
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