Arones legt Blumen nieder für Kameraden

70 Jahre, nachdem er mit der Roten Armee als Befreier nach Berlin kam, hat Isaac Arones gestern Blumen für seine gefallenen Kameraden niedergelegt. Seit gestern gibt es dafür einen Ort auf dem Jüdischen Friedhof. Die Gemeinde hat, auf Initiative von Vladlislav Korenblum, den im Zweiten Weltkrieg gefallenen jüdischen Soldaten ein Denkmal gesetzt. Anfangs, sagte Rabbiner Jehoschua Ahrens, sei ihm das merkwürdig vorgekommen. Das Erinnern und Gedenken an die Opfer der Shoa habe in den vergangenen Jahrzehnten „alles in den Schatten gestellt“. Je länger er aber darüber nachgedacht habe, desto richtiger sei ihm erschienen, auch derer zu Gedenken, die den Nationalsozialismus aktiv bekämpft haben, in den Alliierten Armeen und als Partisanen im Widerstand. Ihr Risiko war besonders hoch – denn die Deutschen nahmen Juden nicht gefangen, sondern töteten sie sofort. „Das zeigt den Mut der Jüdinnen und Juden“, sagte Ahrens, verbunden mit der Hoffnung, dass „die Zukunft erfreulicher wird.“

Allein in der Roten Armee, zu der sich der damals 17-jährige Arones 1944 freiwillig meldete, war eine halbe Million Juden. 120 000 fielen, 80 000 wurden von Deutschen ermordet.