Arbeitslosen-Quote im Juni geringfügig gesunken

Die Zahl der Arbeitslosen in Düsseldorf ist im Juni weiter gesunken – wenn auch nur um 65 Personen im Vergleich zum Vormonat. Im vergleich zum Vorjahresmonat sind es 560 Arbeitslose weniger. Damit sind in der Landeshauptstadt aktuell 27 365 Frauen und Männer ohne Arbeitsstelle. Die Arbeitslosenquote liegt jetzt bei 8,5 Prozent – nach 8,6 Prozent im Mai und 8,7 Prozent im Juni des vergangenen Jahres.

Roland Schüßler, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit in Düsseldorf, betonte, dass die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Stellen in Düsseldorf auf 387 904 gestiegen ist: „Das ist Rekord.“ Noch nie zuvor gab es in der Landeshauptstadt so viele Arbeitsplätze. Allerdings gibt es auch in Düsseldorf noch „Baustellen“. Dazu zählt die Zahl der Langzeitarbeitslosen. 42 Prozent der in Düsseldorf erwerbslos gemeldeten Personen sind länger als ein Jahr arbeitslos – immerhin 11 552. Diese Menschen in Arbeit zu vermitteln ist nicht einfach, denn 62 Prozent von ihnen (oder 7213) haben keinen Berufsabschluss., 20 Prozent (oder 2258 Personen) haben nicht einmal einen Schulabschluss.

Der Arbeitsagentur-Chef betonte gestern, dass derzeit der Endspurt für den Ausbildungsmarkt läuft: „Es wird jetzt höchste Zeit sich um einen Ausbildungsplatz zu bewerben. Die großen Einstellungstermine zum 1. August und 1. September rücken immer näher.“ Die Zahl der jungen Menschen, die für Herbst 2015 eine duale Ausbildung anstreben und sich von Oktober 2014 bis Juni 2015 bei der Agentur für Arbeit gemeldet haben, ist im Vergleich zum Vorjahr mit 3345 um 18 Bewerbern gestiegen. Dagegen ging das Angebot an gemeldeten Ausbildungsstellen im selben Zeitraum um 419 auf 3990 zurück. Angebot und Nachfrage am Ausbildungsmarkt haben sich in diesem Jahr zahlenmäßig angenähert. Allerdings ist in Düsseldorf das Angebot an Ausbildungsstellen deutlich höher als die Nachfrage. „Es gibt also immer noch gute Chancen auf einen Ausbildungsplatz. Düsseldorf ist eine der wenigen Regionen in NRW mit solch einem hohen und breiten Angebot“, sagte Schüßler. Aktuell seien 1256 Bewerberinnen und Bewerber unversorgt. Wer noch nichts gefunden hat, sollte auf jeden Fall zur Berufsberatung kommen.

Von den noch nicht versorgten Schulabgängern haben Dreiviertel mindestens die Fachhochschulreife. Doch Schüßler rät den Firmen- und Personal-Chefs, nicht so sehr auf Noten zu schauen und bei vermeintlich schlechten Noten vom Schreibtisch aus abzusagen: „Jugendliche mit schwachem Schulabschluss, Jugendliche mit Migrationshintergrund – sie alle können oft mehr, als es auf den ersten Blick scheint. Denn nicht immer spiegeln sich ihre Kompetenzen in Schulnoten wider!“