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Prozess

Apotheker aus Düsseldorf muss für Schlamperei hohes Bußgeld zahlen

19.10.2012 | 07:00 Uhr
Apotheker aus Düsseldorf muss für Schlamperei hohes Bußgeld zahlen

10.000 Euro Bußgeld muss ein Apotheker aus Düsseldorf zahlen, weil er in seinem Geschäft geschlampt und mehrfach gegen das Arzneimittelgesetz verstoßen hatte. Das hat das Amtsgericht Düsseldorf entschieden. Der Amtsapotheker hatte in dem Laden des 63-Jährigen ein Chaos und abgelaufene Medikamente vorgefunden.

„Wie bei Hempels unterm Sofa!“ habe es in der Derendorfer Apotheke ausgesehen, fand der Richter, als er die Fotos sah: „Chaos pur!“ Der Apotheker (63) musste sich jetzt vor dem Amtsgericht verantworten, weil er in seinem Geschäft geschlampt und an mehreren Stellen gegen das Arzneimittelgesetz verstoßen hatte. Er kam mit einem Bußgeld davon – von 10 000 Euro.

Bei einer Kontrolle im Dezember 2010 hatte der Amtsapotheker die Reißleine gezogen, zwei Tage Schließung der Apotheke angeordnet - zum Aufräumen.

Das Durcheinander aus Unterlagen und teils angebrochenen Medikamenten-Packungen im Büro war dem Kontrolleur sofort aufgefallen. Bei genauerem Hinsehen entdeckte er Medikamente, deren Verfalldatum abgelaufen war. Auch die Herstellung von Drogen-Ersatzstoffen für Süchtige war nicht regelgerecht dokumentiert.

Apotheker gab verschreibungspflichtige Pillen ohne Rezepte raus

Was am schwersten wog: Er fand drei angebrochene Packungen Anti-Baby-Pillen mit der Notiz: „Bezahlt, Rezept folgt“. Das heiße, dass der 63-Jährige verschreibungspflichtige Pillen verkauft hat, obwohl kein Rezept vorlag, erklärte er dem Gericht.

Es seien Notfälle gewesen, so der Angeklagte, er habe mit den Ärzten Rücksprache gehalten. Das sei nicht unüblich. Die Mängel bei der Dokumentation erklärte er mit der Menge: Er habe viele Drogen-Patienten. Und die Packungen mit abgelaufenem Datum im Lager habe er übersehen, es wäre aber beim Verkauf aufgefallen. Der Amtsapotheker widersprach: Abgabe ohne Rezept sei nur bei lebensbedrohlichen Notfällen möglich, allein die Lagerung abgelaufener Medikamente sei verboten.

Auf Anregung des Verteidigers war das Gericht zu einer Einstellung des Verfahrens gegen ein hohes Bußgeld bereit. Nach kurzer Überlegung stimmte der Apotheker zu.

Katharina Rüth



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