Apobank-Manager verliert Prozess wegen Korruption
03.02.2012 | 18:31 Uhr 2012-02-03T18:31:00+0100
Düsseldorf.Böse Überraschung für einen Ex-Manager der Ärzte- und Apothekerbank. Das Landesarbeitsgericht erklärte gestern seine fristlose Kündigung wegen der Annahme von Schmiergeld für wirksam. Aber er hat Anrecht auf seine Tantieme von 136 000 Euro.
Das Arbeitsgericht hatte die Kündigung in erster Instanz noch für unwirksam erklärt – die Vorwürfe seien nicht zu belegen. Beide Seiten gingen in Berufung. Der Banker hoffte, noch seine Tantieme zu erhalten. Das gelang, dafür unterlag er beim Thema Kündigung.
Die Bank hatte ihm im Dezember 2010 mit dem Vorwurf gekündigt, er habe beim Bau seiner Terrasse gemauschelt. Die Baufirma, mit der die Apobank bei Immobiliengeschäften kooperiert, habe ihm viel zu wenig berechnet, stattdessen die Kosten auf ein anderes Projekt gebucht.
Der Verdacht war im Rahmen von Korruptions-Ermittlungen gegen eine Immobilienfirma aufgetaucht, mit der die Bank ebenfalls kooperiert. Das Geldinstitut entließ Vorstände und Manager, darunter den Kläger. Der wehrte sich. Er habe von den fingierten Rechnungen nichts gewusst. Sein Anwalt sagte: „Es ist eine Existenz vernichtet worden!“
Vorm Landesarbeitsgericht bestätigte der Terrassenbauer, dass der Banker nichts gewusst habe. Das hielten die Richter jedoch für gelogen, erklärten die Kündigung daher für wirksam. Weil der Kläger aber bis Dezember 2010 gearbeitet habe, stehe ihm die Tantieme für 2010 zu. Im Hinblick auf die Tantieme ist die Revision zugelassen.
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