Anwohner in Düsseldorf-Garath fürchten um 200 Bäume

Rita Gruschka setzt sich für den Erhalt des südlichen Endes des Buchholzer Busches ein.
Rita Gruschka setzt sich für den Erhalt des südlichen Endes des Buchholzer Busches ein.
Foto: Olaf Staschik
Was wir bereits wissen
Die Stadt plant einen Teil des Garather Forstes zugunsten eines Bauprojektes zu roden. Rita Gruschka hat dafür kein Verständnis, aber einen Vorschlag.

Garath. Rita Gruschka wohnt seit 1969 in Garath. Und sie wohnt gerne dort. „Wir sind gut angebunden, haben nette Nachbarn. Vor allem aber: Es gibt viel Natur und viel Grün.“ Nun soll laut Plänen der Stadtverwaltung vor ihrem Haus an der Stettiner Straße aber ein Teil des Forstes gerodet und zu Bauland umgewandelt werden. „Ich habe dafür absolut kein Verständis. In Garath herrscht viel Leerstand, im südöstlichen Teil ist ein großes Areal bereits erschlossen, aber es wurde nichts gebaut“, meint sie. Rund 200, zum Teil alte Bäume müssten im Waldgebiet am Ende des Buchholzer Busches gefällt werden, um dort bauen zu können, schätzt Gruschka.

Pläne dafür gab es bereits im Jahr 2013. Diese wurden damals aber verworfen, weil die Stadtteilpolitik Probleme wegen der mangelnden Anzahl an Stellplätzen gesehen hatte. Zusätzlich wurde das Konzept des Investors bemängelt. Damals betraf das Vorhaben aber nur eine Fläche am Rande des Forstes. „Die Zulässigkeit des Vorhabens ist damals auch vom zuständigen Amt bestätigt worden “, sagt Uwe Sandt, Leiter der örtlichen Bezirksverwaltungsstelle. Die jetzigen Planungen sehen aber eine Ausweitung der Baufläche auf ein weitaus größeres Gebiet vor. Dazu müsse laut Sandt der Bebauungsplan geändert werden. Dies wird derzeit vom Stadtplanungs- und Bauaufsichtsamt geprüft.

Gruschka denkt über Unterschriftenaktion nach

„Ich finde dieses Vorhaben empörend. Ganz Düsseldorf spendet für neue Bäume. Unzählige Bäume sind durch Pfingststurm „Ela“ zerstört worden und in Garath möchte man ohne Not alte Bäume fällen und das Naherholungsgebiet verkleinern“, meint Rita Gruschka. Die 74-Jährige erfahre viel Zuspruch von ihren Nachbarn, die sich ebenfalls gegen dieses Vorhaben der Stadt aussprechen würden. „Die Politik beschwört immer, dass Garath so grün sei. Auch der Oberbürgermeister hob dies erst kürzlich hervor. Wenn nun ein Teil des Forstes für dieses Bauprojekt gerodet wird, ist das schädlich für den gesamten Stadtteil“, so Gruschka weiter. Sie habe bereits Briefe an Oberbürgermeister Thomas Geisel und das zuständige Amt geschrieben. „Geantwortet hat aber noch keiner“, meint sie. Des Weiteren sieht sie die zuständigen Stellen in der Pflicht, gerodete Bäume wieder zu ersetzen. „Im Garather Wald wurden seit dem Orkan „Kyrill“ im Jahr 2007 Bäume in großer Anzahl geschlagen, ohne dass jemals eine Aufforstung erfolgte“, meint Gruschka.

Je nachdem, wie es weiter geht, könne sie sich auch vorstellen, Unterschriften zu sammeln. „Die Menschen verlassen sich hier auf mich. Es bringt natürlich wenig, sich erst im Nachhinein aufzuregen. Wir möchten hier nicht übergangen werden“, sagt sie. Auch SPD-Ratsfrau Ursula Holtmann-Schnieder hätte „Sympathie, erst auf dem südöstlichen Gebiet zu bauen.“ Dies hätte den Vorteil, dass Garath und Hellerhof weiter zusammenwüchsen. Außerdem könnte laut Holtmann-Schnieder dort mehr und nicht so eng gebaut werden.

Das zuständige Amt der Stadtverwaltung wollte auf Anfrage zu dem Thema keine Stellung beziehen. Dies erklärte ein Stadtsprecher. Selbst Fragen nach der betroffenen Fläche, des dortigen Baumbestandes und der Baumarten blieben unbeantwortet.