Ansässige Industrie will wegen Wohnungsbau im Hafen Düsseldorfs klagen
16.03.2011 | 18:04 Uhr 2011-03-16T18:04:00+0100
Düsseldorf.In Düssseldorf gibt es Streit um die von der Stadt geplanten Luxuswohnungen am Hafen. Die Industrie droht mit einer Klage und dem Umzug in andere Städte. Ohne Hafen rollten alle Waren auf Lkw durch die Stadt.
Auch ein Prospekt der Wirtschaftsförderung kann bei der Wirtschaft Ärger verursachen. Wie die neue Broschüre der Stadt Düsseldorf über den Medienhafen zeigt, in deren schönen Grafiken auf der zweiten Hafenhalbinsel, der Kesselstraße, nur noch Wohnungsbauten stehen, und die Betriebe auf der Weizenmühlenstraße gar nicht mehr vorhanden sind.
Die Industrie ist „höchst verärgert“, sagte Ernst Lamers, Vorsitzender des Vereins der Hafenwirtschaft, bei einem Besuch der SPD-Ratsfraktion im Fortin-Werk an der Speditionstraße.
Planung der Stadt zum Wohnen im Hafen sei „leichtfertig“
Wie berichtet, verfolgen die Stadtplaner weiterhin das Vorhaben, an der Kesselstraße Wohnungen zu bauen. Da erste Pläne keine Genehmigungen bekamen, soll demnächst der Rat das Baurecht für die Spedition- und erst danach für die Kesselstraße abnicken.
SPD-Fraktionschef Markus Raub bezeichnet die Planung der Stadt zum Wohnen im Hafen als „leichtfertig“: „Wer vom Dach der Fortin-Werke sieht, wie nah die Hafenbetriebe an den Flächen liegen, die nach dem Willen der Verwaltungsspitze mit Luxuswohnungen bebaut werden sollen“, könne nicht mehr ernsthaft bezweifeln, dass durch diese Nähe Konflikte, heißt: Prozesse entstehen könnten.
Im Magazin der zusammengeschlossenen Häfen Düsseldorf, Neuss, Krefeld kündigt Lamers, wie bereits zuvor in der NRZ, Klagen gegen das Baurecht an, wenn es nur um die Speditionstraße gehe. Wenn die Hafenwirtschaft keine Zukunftsperspektiven habe, hat Lamers immer wieder klar gemacht, werde man in andere Städte ziehen.
Es geht um den Industriestandort Düsseldorf
Ratsherr Raub betont nach dem Besuch der Fraktionsspitze, dass es um den Industriestandort Düsseldorf geht. Denn was an den Kais an Waren für die Region von den Schiffen umgeschlagen werde, müsse nach einem Niedergang des Hafens „mit Lkw durch die Stadt transportiert werden. Eine Schiffsladung von 2500 Tonnen entspricht dabei 100 Lastwagen.“
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