Als falscher Polizist Frau bedrängt?

Als falscher Kriminalpolizist soll er nachts eine Frau (31) per Auto verfolgt, sie nahe dem Südring gestellt und in einer ruhigen Seitenstraße bedrängt haben: So lautete gestern beim Amtsgericht die Anklage gegen einen 28-jährigen Industriekaufmann. Konkret soll er sich in einer Aprilnacht 2014 der Amtsanmaßung sowie der sexuellen Beleidigung schuldig gemacht haben. Beides wies der Mann jedoch empört zurück. Die Frau habe ihn auf seiner Heimfahrt angeblich angeflirtet, als sie spätnachts mit ihrem Kleinwagen neben ihm an einer roten Ampel stand. Er habe sich auf ihre erotischen Anspielungen und Angebote zwar eingelassen, aber als Polizist sei er nie aufgetreten.

Als Zeugin wiederholte die 31-Jährige gestern ihre Vorwürfe. Demnach habe der Angeklagte weit nach Mitternacht urplötzlich an die Scheibe ihres Autos geklopft, als die Frau gerade einen Parkplatz gefunden hatte. Der angebliche Polizist habe dann behauptet, er müsse eine Kontrolle durchführen wegen „Geschwindigkeit, Drogen und Prostitution“. Sie habe seine Anweisungen zunächst arglos befolgt, sich sogar teils entkleidet. Irgendwann habe sie dann doch die Flucht ergriffen und kurz danach Anzeige erstattet.

Welcher der beiden Schilderungen die Richterin glaubt, ist nicht entschieden. Weil noch weitere Zeugen gehört werden sollen, wurden Prozess und Urteil vertagt.