Alle Antworten bekannt
21.05.2008 | 21:05 Uhr 2008-05-21T21:05:45+0200PIPELINE. In Dormagen setzten sich gestern die CO-Gegner mit Bayer-Vetretern an einen Tisch. Im "Dialog" kamen sich die Parteien wenig entgegen und wärmten Altbekanntes auf.
HILDEN/KREIS METTMANN. Nach 40 Minuten riss Marlies Elsen der Geduldsfaden. Die Pipeline-Gegnerin aus Hilden hatte genug gehört. Große Wandstärke, 1,40 Meter tief, 13,5 Bar, Sicherheitskonzept - Jürgen Hinderer, Verantwortlich für die Infrastruktur bei Bayer Material Science, und Werner Breuer, Projektleiter der CO-Pipeline, hatten die technischen Fakten parat. Ihr Fazit: Die Pipeline sei sicher und Bayer habe mehr dafür getan, als es gesetzlich vorgeschrieben sei.
Doch damit gab sich die versammelte Mannschaft der Pipeline-Gegner, die sich gestern im Chempark Dormagen mit Bayer an einen Tisch stetzten, nicht zufrieden. Elsen polterte: "Ihre Antworten kennen wir alle schon. Wir wollen unsere Beiträge konkret beantwortet haben." Um es vorweg zu nehmen: Am Ende waren die Pipeline-Gegner wenig überzeugt. Rolf Peters von den Duisburger Aktivisten: "Warum wird das Giftgas nicht vor Ort erzeugt? Die Frage wurde wieder nicht beantwortet."
Zahlen und Emotionen
Nicht selten ging es bei der fast zweistündigen Diskussion heiß her und die Wortbeiträge von Aktivisten wie Dieter Donner oder Wolfgang Cüppers, aber auch von Projektleiter Breuer, bewegten sich zeitweise jenseits der Zimmerlautstärke. Dabei redeten die Beteiligten weniger miteinander, sondern die meiste Zeit aneinander vorbei.
Da berichtet die eine Seite, dass bei einem Volbruch - "der unwahrscheinlichste der unwahrscheinlichen Fälle" - der Gefahrenradius gerade einmal rund 100 Meter betrage, während Marlies Elsen wissen will, wie 10 000 Vergiftete in der Wasserskianlage Langenfeld versorgt werden sollen. Da prophezeit ein Wolfgang Cüppers: "Da kann die Feuerwehr nur noch warten, bis sie die schwarzen Säcke aus dem Gebiet holen kann." Und ein Jürgen Hinderer glaubt zu beruhigen mit den Worten: "Sie sind ja nicht sofort tot - außer Sie halten den Kopf über das Loch." Breuer warnte die Pipeline-Gegner vor einer "Emotionalisierung" des Themas.
Moderatorin Birgit Wilms hatte alle Mühe zwischen den Parteien zu vermitteln. Auch beim Thema Wertverlust der Immobilien entlang der Trasse. Bayer-Mann Hinderer legte dar, dass es dafür keinen Präzedenzfall in Deutschland gäbe. "Wie sieht es denn in zwei Jahren aus, wenn Gras über die Sache gewachsen ist?", so Hinderer. Man müsse sich fragen ob der "volkswirtschaftliche Wert" alles andere ausgleiche. Sicher formulierte er: "Wir glauben ja." Überzeugt waren die Pipeline-Gegner da nicht. Aber einen Moment lang sprachlos.
10:48
Berichtigung
Im vorletzten Absatz muß es Frau Elsen heißen
10:39
Zur Bespechung der Pressesprecher der Bürgerinitiativen mit Sachverständigen und PR-Leuten von Bayer
Guten Morgen.
Anstatt in Ruhe mal sachliche Fragen zum Veenker-Gutachten, zu den aus Einzelteilen mehrerer verschiedenen Firmen zusammengebauten Schieberstationen, der Monate unter Wasser liegenden Schweißnähte und sonstiger vom Planfeststellungsverfahren abweichender Bauausführung zu stellen, wird wieder nur polemisiert.
Ursprünglich war ich ja auch von Frau Ensslin zu dieser nichtöffentlichen Sitzung eingeladen.
Oder habe ich am Donnerstag in der Wasserskianlage etwas falsch verstanden
Ich hatte mich auch schon gut mit einen Fragenkatalog vorbereitet.
Aber dann erklärte man mir kurz und bündig per EMail, die Einladung von Bayer wäre nur für Pressesprecher, ich hätte da keinen Zutritt
.
Schönen Feiertag noch
Werner Grade