Airline, Bank, Schlüsseldienst – die Leiden der Verbraucher

Passagiere, die mehr als drei Stunden auf ihren Flug warten, haben Anspruch auf eine Ausgleichszahlung. Doch die Airlines winden sich.
Passagiere, die mehr als drei Stunden auf ihren Flug warten, haben Anspruch auf eine Ausgleichszahlung. Doch die Airlines winden sich.
Foto: Kai Kitschenberg / FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Die Verbraucherzentrale Düsseldorf legt ihren Jahresbericht vor. Probleme haben Ratsuchende vor allem mit uneinsichtigen Banken und Airlines.

Düsseldorf.. Schlüsseldienste mit überteuerten Preisen, Banken, die unzulässige Gebühren nicht erstatten, Fluggesellschaften, die trotz massiver Verspätungen nicht zahlen – die Probleme, mit denen die Bürger im vergangenen Jahr an die Verbraucherzentrale Düsseldorf herantraten, waren vielfältig.

Vodafone Mehr als 30.000 Anfragen gingen bei der Beratungsstelle ein, bilanzierte Leiterin Ulrike Brunswicker-Hoffmann am Freitag bei der Vorstellung des Jahresberichts. Besonders beschäftigt habe die Verbraucherzentrale 2014 ein Urteil des Bundesgerichtshofs, das Bearbeitungsgebühren für Darlehen als unzulässig erklärte. Für die Verbraucher eigentlich eine feine Sache, aber: „Viele Banken haben versucht, die Erstattung mit fadenscheinigen Argumenten zu verweigern“, sagte Brunswicker-Hoffmann. Mit Hilfe von Musterbriefen und der Beratung durch die Verbraucherzentrale seien die Bankkunden jedoch häufig noch zu ihrem Recht gekommen.

Neu im Angebot ist seit Mitte 2014 die Beratung zum Reiserecht. „Wir haben festgestellt, dass hier eine hohe Nachfrage besteht“, sagte Nina Jost, die sich um die flug- und reiserechtlichen Fragen kümmert. Die größten Schwierigkeiten hätten Fluggäste damit, Ausgleichszahlungen geltend zu machen. Diese stehen ihnen laut Gesetz zu, wenn sich der Flug um mehr als drei Stunden verzögert.

Hartnäckigkeit zahlt sich aus

„Die Airlines schieben dann oft technische Probleme vor, damit sie nicht zu einer Zahlung verpflichtet sind“, so Jost, „wir haben aber die positive Erfahrung gemacht, dass die Fluggesellschaften irgendwann doch zahlen. Leider erst nach mehrmaligem Hin und Her.“

Auch bei der Stornierung von Flügen würden die Verbraucher immer wieder auf Schwierigkeiten stoßen. Denn eigentlich müssten sie zumindest Steuern und Gebühren erstattet bekommen, erhalten aber häufig Bescheide, die genau das ablehnen. „In diesem Fall kann man sich auch an die Schlichtungsstelle SÖP wenden. Die arbeitet kostenlos“, sagte Jost. Allerdings seien ihr nicht alle Airlines angegliedert. Kunden der größten deutschen Fluggesellschaften Lufthansa, Air Berlin, Condor und TUIfly dürfen dort aber auf Hilfe hoffen.

Bei unseriösen Schlüsseldiensten Polizei rufen

Für viel Ärger sorgten im vergangenen Jahr wieder unseriöse Schlüsseldienste. Und ein Ende ist nicht in Sicht: „Wir erleben 2015 weiter, dass einige Schlüsseldienste teilweise das Sechsfache von dem verlangen, was eigentlich normal wäre“, sagte Brunswicker-Hoffmann. Normal, das seien zwischen 75 und 100 Euro, wenn keine Schlösser ausgewechselt werden müssten. Wem der Betrag übermäßig hoch erscheine, solle um eine Rechnung bitten. „Oft machen das die Schlüsseldienste aber nicht, fahren dann direkt mit dem Kunden zum Bankautomaten“, weiß Brunswicker-Hoffmann: „Wenn man sich unter Druck gesetzt fühlt, sollte man die Polizei einschalten.“

Ein besonderes Nachfragehoch in der Versicherungsberatung bescherte der Verbraucherzentrale Sturmtief „Ela“. „Wer zahlt? Bin ich überhaupt vernünftig abgesichert? Was für Versicherungen brauche ich in so einem Fall? Solche Fragen kamen plötzlich auf“, erinnert sich die Beratungsstellenleiterin.