Achenbach: weitere Insolvenzen

Für nächste Woche ist Marc d’Avoine als Zeuge ins Essener Landgericht geladen. Der Rechtsanwalt ist Insolvenzverwalter in mehreren Firmen des dort wegen Betruges angeklagten Kunstberaters, soll dem Gericht helfen, im komplizierten Geflecht der Achenbach-Unternehmen durchzublicken. Seit Freitag vertritt d’Avioine nun offiziell neben der Achenbach Kunstberatung, der Monkey’s Gastronomie GmbH und der State of the Art AG fünf weitere Firmen der Gruppe, für die er bislang vorläufig eingesetzt war. Das Amtsgericht hat die Insolvenzverfahren für die Monkey’s Gastronomie Verwaltungsgesellschaft, die Robinson Freitag und die Beach Boat GmbH, die Kö 36 Gastronomie GmbH und die State of the Art International Art Advisory GmbH eröffnet. Ein weiterer Antrag liegt für die Achenbach Beteiligungs GmbH vor. In diesem Fall werde die Vermögenslage noch geprüft, heißt es aus dem Gericht. Wann die Verfahren abgeschlossen sein werden, ist derzeit noch nicht absehbar. Aus den Lagerbeständen der Kunstberatung etwa sollen bis in den Sommer etliche Kunstwerke über Auktionshäuser und auf dem freien Markt verkauft werden, um aus dem Erlös Gläubigerforderungen befriedigen zu können. Der größte Gläubiger ist die Familie des verstorbenen Aldi-Erben Berthold Albrecht, den Helge Achenbach beim Oldtimer- und Kunstkauf übervorteilt haben soll. Die Familie fordert 19,3 Millionen Euro Schadenersatz. Ihre Strafanzeige hatte im vergangenen Jahr auch die Ermittlungen in Gang gebracht, an deren Ende Achenbach verhaftet und wegen Betrugs und Untreue angeklagt wurde. Im Prozess in Essen hatte vorvergangene Woche eine ehemalige Mitarbeiterin Achenbachs berichtet, ihr Chef habe die Zahl seiner Firmen immer reduzieren wollen. „Aber dann kam irgendwie immer eine neue dazu.“ Im Prozess war auch von Rechnungen die Rede, die sich Achenbach-Unternehmen gegenseitig stellten. Dazu will das Gericht heute den Kriminalbeamten befragen, der die Finanzermittlungen führte. Außerdem wird ein Galerist befragt, der nach einem Verkauf an Albrecht eine Provision an Achenbach gezahlt haben soll.