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Gaslaternen

Abschalten ist „Kulturfrevel“

07.11.2011 | 18:01 Uhr
Abschalten ist „Kulturfrevel“
Foto: WAZ FotoPool

Düsseldorf.   Der Abbau von Gaslaternen stößt bei Anwohnern auf Widerstand.

Die Straße durch den Grafenberger Wald soll elektrisch beleuchtet werden. So haben es die Politiker soeben beschlossen. Bauarbeiten sind die Folge: Bürgersteige werden aufgerissen, Leitungen verlegt, Gasrohre entfernt. Die Anwohner müssen nicht nur auf das gewohnte Licht ihrer Gaslaternen verzichten, sondern auch mitbezahlen für eine Umrüstung, die sie gar nicht wollen. Die Initiative „Pro Gaslicht“ spricht von Kulturfrevel.

„Die Leute hätten gute Gründe, sich zu wehren“, sagt Andreas Meßollen (51). Für den Erhalt der alten Gaslaternen kämpfen - das rät er allen Bürgern, deren Wohnstraße als nächste auf der Liste stehen: Bismarckweg, Unter den Eichen, Dreher-, Torfbruch-, Sichel-, Meißnerstraße und Ernst- Poensgen-Allee. Es geht keineswegs nur um Hauptverkehrsstraßen, wie der „Masterplan Energieeffiziente Straßenbeleuchtung“ ankündigt. 1400 bis 1500 Gasleuchten sollen bis 2015 entfernt werden.

Für den Verein „Pro Gaslicht“ zeugt dieser Abriss-Plan von Arroganz und Ignoranz gegenüber den Wünschen der Düsseldorfer. „Unsere Gaslaternen sind ein historisches Kulturgut, das unter Schutz gestellt werden sollte und mit dem sich die Stadt schmücken kann“, sagt Georg Schumacher. Der Presse-Chef der Rheinbahn schwärmt geradezu von dem „klaren, sympathischen Licht mit dem hohen Wohlfühlcharakter“. Würden Düsen und Glaskörper besser gewartet, würden sie auch viel heller strahlen.

Die 17 000 Gaslaternen sind  mit nur 0,2 Prozent an den Gesamtemissionen beteiligt. „Um diesen Wert zu halbieren, wird ein Kapital von 70 Millionen Euro eingesetzt“, empört sich Meßollen. Der Polizist aus Oberbilk, der schon als Kind einem Meister  über die Schulter guckte, ist heute Sachkundiger für Gaslaternen mit einem Zertifikat der Technischen Hochschule Worcester (England). Sein Verein wird nicht müde, für den Erhalt der alten Laternen zu kämpfen. Die  prominenteste Mitstreiterin, Gabriele Henkel, hat 2009 eine Petition ins Rathaus getragen mit der Bitte, die Gasbeleuchtung als mögliches Weltkulturerbe  unter Schutz zu stellen. Auf eine Antwort wartet sie heute noch.

Ursula Posny

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