Abenteuer Bahnfahrt - RE6 verfährt sich zwischen Düsseldorf und Duisburg

Wenige Minuten nach der Abfahrt in Düsseldorf wurde der Regionalexpress aufs falsche Gleis geleitet.
Wenige Minuten nach der Abfahrt in Düsseldorf wurde der Regionalexpress aufs falsche Gleis geleitet.
Foto: WAZ FotoPool/ Ralf Rottmann
Was wir bereits wissen
Der Düsseldorfer Karl-Heinz Schneider hat eine kuriose Fahrt mit der Deutschen Bahn erlebt. Weil er seine Freundin in Mülheim besuchen wollte, stieg er in den Regionalexpress. Doch dann wurde die Fahrt zu einem kleinen Abenteuer. Sein RE6 verfuhr sich zwischen Düsseldorf und Duisburg.

Düsseldorf.. Dass sich die Deutsche Bahn schon mal verspätet, ist kein Geheimnis. Und auch die Gründe dafür sind meist die gleichen: defekte Signale, Türstörungen, Unwetter. Der Düsseldorfer Karl-Heinz Schneider kann seiner Sammlung jetzt einen neuen Verspätungsgrund hinzufügen. Sein Regionalexpress hatte sich schlicht verfahren.

„Ich saß am Donnerstagnachmittag im RE6 in Richtung Mülheim“, erzählt Schneider. „Wir waren gerade wenige Minuten gefahren, da hält der Zug plötzlich auf freier Strecke.“ Der Düsseldorfer blickt aus dem Fenster. Doch statt der Hausfassaden der Rethelstraße sieht er: die Müllverbrennungsanlage von Flingern. „Aus den Lautsprechern kam dann eine ratlose Stimme: ‘Man hat uns auf ein falsches Gleis geführt. Nächster Halt ist nicht mehr Düsseldorf Flughafen, sondern Duisburg Hauptbahnhof.’“ Kein großes Drama für Schneider, wohl aber für mehrere Dutzend Fahrgäste, die pünktlich ihren Flieger erreichen mussten.

Irrfahrt über Güterzugstrecke

„Doch so einen Zug kann man nicht so einfach zurücksetzen“, weiß Schneider. Also ging es weiter über die Güterzugstrecke durch Ratingen-Lintorf nach Duisburg. „Natürlich mussten wir an jeder Weiche halten, weil wir nicht angemeldet waren und der Güterverkehr Vorrang hatte.“

Als der Zug mit etwa 35 Minuten Verspätung am Duisburger Hauptbahnhof ankam, war es jedoch noch nicht vorbei mit der Fahrt im Schneckentempo. Erst in Mülheim-Styrum konnte der Regionalexpress wieder auf seine angestammten Gleise wechseln – und Schneider mit weiteren fünf Minuten Verspätung an sein Ziel bringen.

Die Deutsche Bahn zeigte sich am Montag zerknirscht ob des Vorfalls. "Wir entschuldigen uns für die Fehlleitung", sagte Bahnsprecher Florian Kreibe. Grund sei ein Irrtum eines Mitarbeiters im Düsseldorfer Stellwerk gewesen.

Auch am Folgetag hatte Schneider Pech mit der Bahn

„In dem Moment ärgert man sich natürlich“, sagt Schneider, „aber hinterher kann man drüber lachen. Das war schon lustig.“ Zumal es nicht das erste Mal für ihn war, dass er in einem Verkehrsmittel saß, dessen Fahrer sich verirrt hatte. „Vor zehn, zwölf Jahren bin ich in Düsseldorf mal mit einer Straßenbahn gefahren, auf deren Weg eine Weiche falsch gestellt war. Statt rechts nach Flingern abzubiegen, ging es dann weiter geradeaus nach Grafenberg.“ Selbst in einem Flugzeug habe er schon gesessen, das zwischendurch eine Kehrtwende machen musste, weil es vom Kurs abgekommen war.

Schneider und öffentliche Verkehrsmittel – das ging auch am Freitag nicht gut. Von Mülheim wollte er wiederum mit dem Zug einen Abstecher nach Venlo machen. Doch als er zum Umsteigen in Viersen ankam, merkte er: die Idee hatten weitere 300 Fahrgäste auch. Erst im dritten Zug Richtung Venlo findet der Düsseldorf Platz. „Bei der Bahn hält man es offenbar nicht für möglich, dass Leute am Feiertag einen Ausflug machen“, stöhnt Schneider: „Man hätte ruhig mal mehr Waggons einsetzen können.“