Uraufführung : Wir sind die Roboter
Eigentlich lebt es sich als Weltraumroboter ganz gemütlich. Besonders wenn man mit so einem netten Menschen wie Hausmeister Freundlich zusammenarbeiten kann. Aber eines würden Olivia Maschinenöl und ihre beiden Kumpel auch mal erleben.
So richtig schönes Fest, bei dem getanzt wird und es Schmieröl bis zum Abwinken gibt. In diese skurrile Weltraum-Welt entführt die Düsseldorfer Theatertruppe „half past selber schuld” derzeit Kinder ab fünf im FFT Juta.
Naiver Humor
Bislang haben das deutsch-israelische Künstlerduo eher düstere Themen als Bühnencomic dargeboten, zuletzt führte es in den „Abwärtsbunker”. Aber selbst dort, wo es am dunkelsten ist, bewahren sich die Künstler einen fast naiven Humor, und so lag es nahe, gleich einmal ein Stück für die Kleinen zu inszenieren. Die Düsterkeit ist natürlich verschwunden, selbst wenn es im Weltraum auch ganz schön dunkel ist. Den müssen Olivia und einer ihrer Kollegen aber durchqueren, auf dem Weg zu König Nein, der seine Erlaubnis für das Fest geben muss.
Leider hat der König ein Problem, das für alle anderen ärgerlich ist. Er kann nämlich nur, seinem Namen gemäß, mit Nein antworten. Also wird das erst mal nichts mit dem Fest. Auf der Heimfahrt begegnen die beiden Roboter ein paar sehr komischen Gestalten, die von einem Puppenspieler bedient werden, der in seinem schwarzen Ganzkörperanzug aussieht wie eine Mischung aus Imker und Ninja und fast vor dem schwarzen Hintergrund verschwindet.
Und so schwebt der kleine Planet Minimus scheinbar schwerelos durchs All, reißt ziemlich die Klappe auf und gibt Tipps, wie man den nicht so guten König milde stimmen könnte. Auf welche Weise das am Ende doch klappt und die Roboter ihr Fest feiern können, sei an dieser Stelle nicht verraten. Erzählen darf man aber, dass die Maschinenwesen noch einem hilfreichen Weltraumbriefkasten begegnen, den zweiköpfigen Schwestern Wow und Boo und dem Hundedetektiv Zweistein. Der ist auf der Suche nach dem Allerbesten, aber das ist eine andere Geschichte. Wie immer bei „half past selber schuld” gibt es zwischendurch schöne Songs, kindgerecht geschrieben, und Ilanit Magarshak-Riegg als Olivia führt mit großen Augen und staunendem Lächeln durch die Geschichte. Außerdem kann sie die Robotersprache übersetzen, macht aus „miip miip” Sätze, die auch die kleinen Erdlinge verstehen können. Die zeigten sich angetan von der Story und lachten am lautesten als der Hund Zweistein mit König Nein Katz und Maus spielt. Wer sich mit seinem Nachwuchs demnächst in den Weltraum im Juta begibt, sollte nur mit einem rechnen: in den Tagen danach dürfte es auf Fragen schon mal die Antworten „miip miip” geben. Denn die Kleinen verließen das Theater lachend - und sprachen wie Roboter.
Weitere Vorstellungen: 8.12 um 11 Uhr, 9. und 10.12. um 9 und 11 Uhr, 12. und 13.12. um 16 Uhr. FFT Juta, Kasernenstraße 6, Karten unter 876787-18 oder www.forum-freies-theater.de




















