85-Jährige verlor bei Brand ihr Zuhause
14.02.2012 | 18:28 Uhr 2012-02-14T18:28:00+0100
Düsseldorf. In der Nacht auf Dienstag ist die Doppelhaushälfte eines Altbaus in der Zeppenheimer Dorfstraße in Düsseldorf-Kalkum völlig ausgebrannt. Die 85-jährige Mieterin konnte das Haus rechtzeitig verlassen
Beißender Rußgeruch hängt in der Luft. Der Garten ist ein Trümmerfeld: Dachziegel, Überreste, ein verkohlter Bürostuhl in der Mitte. In der Nacht auf Dienstag ist die Doppelhaushälfte eines Altbaus in der Zeppenheimer Dorfstraße in Düsseldorf-Kalkum völlig ausgebrannt. Die 85-jährige Mieterin konnte das Haus rechtzeitig verlassen. Sie verständigte selbst die Feuerwehr und wartete verzweifelt vor der Haustüre, während der Dachstuhl lichterloh brannte. Die Seniorin wurde augenscheinlich nicht verletzt, doch sie stand unter Schock und wurde vorsichtshalber ins Krankenhaus gebracht.
Beim Eintreffen der ersten Löschfahrzeuge, kurz nach Mitternacht, standen alle Räume im Dachgeschoss in Flammen. Der Brandherd war vermutlich im Spitzboden. Von dort breitete sich das Feuer auf die darunter liegende Etage aus.
Kampf gegen die Flammen
Auch die zweite Doppelhaushälfte war in Gefahr. Das dort lebende Ehepaar suchte Schutz bei den Nachbarn. Der Feuerwehr gelang es, ein Übergreifen der Flammen zu verhindern.
Zwei Löschtrupps stürmten in das brennende Haus, während die Kollegen auf zwei Drehleitern die Wasserschläuche auf das Dach richteten.
Die Nachbarn, Klaus Leineweber (73) und seine Frau, hatten nichts mitbekommen und wurden erst durch die Löscharbeiten aufgeschreckt.
„Als ich das Fenster im Schlafzimmer öffnete, sah ich die ausgefahrene Feuerwehrleiter und die Feuerwehrmänner im vollen Einsatz“, erzählt Leineweber am Mittag darauf. Er trägt Arbeitshandschuhe, mit einem Spaten räumt er die abgeschlagenen Dachziegel, die überall auf dem Boden vor seinem Haus liegen, zur Seite. Für Klaus Leineweber ist das alles noch wie ein böser Traum.
Er kennt die Nachbarin gut. In den 1970er Jahren sei sie zusammen mit ihrem Ehemann hier eingezogen, inzwischen ist sie verwitwet, erzählt der Kalkumer, der schon sein ganzes Leben in der Zeppenheimer Dorfstraße wohnt.
Die Suche nach der Brille
Rund eine Stunde dauerte es bis die Feuerwehr den Brand endlich unter Kontrolle hatte. Die Arbeiten gingen noch bis 4.30 Uhr weiter. Mit Sägen öffneten die Feuerwehrleute die Holzbalkendecke und deckten das Dach fast komplett ab, um Glutnester in der Zwischendecke aufzuspüren. Auch die Dacheindeckung der angrenzenden Doppelhaushälfte musste teilweise geöffnet werden. 45 Feuerwehrleute waren im Einsatz – darunter die Retter von zwei Löschzügen und der Freiwilligen Feuerwehr Kalkum und Kaiserswerth.
Noch während der Löscharbeiten versuchten die Feuerwehrmänner einige Habseligkeiten der Frau zu bergen und in einer Garage aufzubewahren. Doch das meiste wurde zerstört. Im Innern des Hauses sieht es „grausam“ aus, so Leineweber, der sich gestern Mittag zusammen mit einem anderen Nachbarn in das ausgebrannte Haus hinein wagte, um zumindest einige persönliche Dinge der Bewohnerin herauszuholen und zu ihr ins Krankenhaus bringen zu können. Sie braucht ihre Brille und ein Paar Schuhe. Die Brille haben die Männer gefunden. Der Schuhschrank ist verbrannt.
In ihr Haus zurückkehren kann die Seniorin wohl nicht mehr. Die Feuerwehr schätzt den Schaden auf 350 000 Euro. Vermutlich kommt nur noch ein Abriss in Frage. Das muss ein Experte klären. Am Freitag wird die Bewohnerin 86 Jahre alt – zum Feiern wird ihr sicher nicht zumute sein.
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