76 Jahre alte Drogen-"Omi" muss ins Gefängnis
23.08.2012 | 17:46 Uhr 2012-08-23T17:46:00+0200
Düsseldorf. Die 76 Jahre alte Drogenkurierin, in der Szene als "Omi" bekannt, muss ins Gefängnis. Das Landgericht verurteilte die Düsseldorferin zu zweieinhalb Jahren Gefängnis, weil sie hunderte Kilo Marihuana ins Land geschmuggelt hat. Damit wollte die Seniorin ihre Rente aufbessern.
Zweieinhalb Jahre Gefängnis – das ist die Strafe für die 76-Jährige, die jahrelang als Marihuana-Kurierin zwischen Venlo und Deutschland unterwegs war. Für insgesamt 32 Fahrten verurteilte das Landgericht die Seniorin, nachdem ursprünglich 180 Fahrten angeklagt waren.
Bewährung oder nicht – das sei die Gretchenfrage für seine Mandantin, hatte der Verteidiger in seinem langen Plädoyer gesagt. Mit Engelszungen hatte er dafür argumentiert, seine Mandantin so zu bestrafen, dass noch Bewährung möglich ist, also höchstens zwei Jahre zu verhängen. Gefängnis, das sei ein schreckliches Stigma für sie.
Die alte Dame versteckte sich auch am letzten Prozesstag unter einem Kopftuch und hinter einer schwarzen Sonnenbrille. So war auch nicht zu sehen, wie sie das Urteil aufnahm, das sie mit gesenktem Kopf anhörte.
Über Jahre kiloweise Marihuana über die Grenze gebracht
Das Gericht hielt mehr als zwei Jahre für unumgänglich. Immerhin hatte sie über Jahre kiloweise Marihuana über die Grenze gebracht. Sie war etwa 2007 in Venlo von zwei Männern angesprochen worden, überließ ihnen ihre Handynummer. Monate später baten sie sie nach Venlo, packten ihr ein vermeintliches Waschmittelpaket in den Kofferraum. Sie brachte es nach Bochum, erhielt 50 Euro. Und wurde immer wieder zu solchen Touren gebeten, auch von anderen Anrufern. Ihre Nummer kursierte unter „Omi“.
Die fand die Polizei bei der Festnahme von Drogenhändlern, beobachtete ihre nächste Fahrt und nahm sie fest. Allein für diese Fuhre mit acht Kilo müssten zwei Jahre Haft verhängt werden, sagte die Vorsitzende Richterin. Die Kammer habe erst an eine viel höhere Strafe gedacht. Aber weil die Seniorin so kooperativ war, viel mehr gestand, als man ihr beweisen konnte, habe man das Strafmaß gesenkt, Verfahren für zahlreiche Einzeltaten eingestellt.
Staatsanwalt hatte drei Jahre Haft gefordert
„Dass Sie uns auch persönlich leid tun, ist keine Frage“, sagte die Vorsitzende. „Aber Bewährung wäre das völlig falsche Signal.“ Es dürfe nicht sein, dass Angeklagte, weil sie alt und krank sind, einen Freispruch zweiter Klasse erhalten. Damit folgte das Gericht der Argumentation des Staatsanwalts. Er hatte vor einem Freifahrtschein für Senioren gewarnt und drei Jahre Haft gefordert.
14:44
1. selber rauchen
2. selber verticken
3. Erlöse anlegen
So wärst Du längst aus dem Schneider und hättest nicht so viele Fahrten machen müssen. Außerdem hättest Du eine gute Zeit gehabt und wärst vielleicht nie erwischt worden.
10:46
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09:16
Ja, was soll man jetzt dazu sagen... :/ Keine Gleichbehandlung im Unrecht?! Oder wie war das? Jedenfalls finde ich es auch nicht gerade angenehm das die ältere Dame, genannt "Omi", für solche Zeit ins Gefängnis muss. Ich selbst arbeite eng mit der Justiz zusammen und ich darf sagen, dass Schmuggeln von Drogen in diesem Fall doch höherwertiger bestraft wird, als wenn man einem Menschen an seinem Rechtsgut "Leben" verletzt. Schon traurig, aber auf seine Art auch wahr. Hoffen wir auf Entlassung nach Verbüßung der 2/3-Haft...!
07:28
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Der wichtigste Weg scheint eingedämmt zu sein... :) mhhh... was macht man denn da? Neue Wege suchen oder alte wieder aufleben lassen? muaahahaha
wieso wurde der Kommentar gelöscht von dem Kommentator? Da war doch nichts verachtendes oder ähnliches zu finden? Welche Kriterien führt ihr?
07:20
Wenn man nicht wie Zumwinkel z.B. Millionenbetrüger ist, oder als Promi eine Armada an gut bezahlten Anwälten hat, kann man schon einmal für ein Politikum, denn nichts anderes ist das hier, in den Knast kommen.
Experten werden ignoriert, viele Menschen kriminalisiert, weil die konservative Regierung lieber "Zwei Maß Bier" vor dem Autofahren zu sich nimmt, als die lächerliche Verfolgung von Mariuhanakonsumenten endlich zu stoppen. Das Urteil ist ein Skandal.
07:18
Naja... sie wird ja nicht viel davon absitzen müssen. Wenn überhaupt etwas...
Und in Thailand und vielen anderen Ländern wäre sie zum Tode verurteilt worden und diese Strafe wäre dann auch noch verhängt worden.
07:10
76-jährige geht fürs Marihuana-Schmuggeln in den Knast!
Unter 14-jährige Räuber und Schläger kriegen ein Küsschen.
15-jähriger Gewaltverbrecher darf ein Anti- Aggressions-Training machen.
04:34
Die Omi hat bestimmt nie Grundsicherung verlangt, also dem Staat noch etwas gutes getan. Es gibt doch schon Politiker, die wollen, dass wir bis 80 arbeiten sollen... und dann so viel Undank von den Richtern!
Alkohol und Nikotin sind gefährlicher, aber unsere verbohrten Politiker denken ja nicht mal um die Ecke... und wenn sie konsequent wären, dann müssten sie Alkohol und Nikotin auch verbieten.
22:46
Möchte mich meinem Vorposter gerne anschliessen. Es ist die Gier und die Angst einiger einflussreicher Industriezweige von der die Kampagne gegen dieses wunderbare Naturprodukt gespeist wird. Anstatt sich eben diese die Eigenschaften dieses Stoffes nutzbar machen, denn sie hätten die Produktionsmittel hierfür: Cannabis-Getränke, milde Schmerzmittel ohne Nebenwirkungen, uva. Wer mag sollte sich mal den kurzen Animationsfilm "Die Blume des Bösen" (beinahe überall im Netz zu finden) zu Gemüte führen...oder sich mal die Kosten-/Ertragsuhr auf der Homepage des Deutschen Hanf-Verbands ansehen. Es muss viel mehr echte und wahrheitsgetreue Aufklärung betrieben werden. Sapere aude!
22:00
Mich würde interessieren wie solche Nachrichten in 76 Jahren historisch bewertet werden? Wahrscheinlich wie die Alkohol-Prohibition in den USA der 20er?
Wie man mittlerweile weiß, nützt das Verbot von Drogen nur der organisierten Kriminalität, verhindert den Konsum nicht und dem Staat entgehen Steuergelder für Therapie- und Vorbeugeprogramme oder bringt ganze Staaten wie Mexiko zum Fall.
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