4U9525-Hinterbliebener kritisiert Hilfsangebot der Lufthansa

Die Lufthansa wolle versuchen, die Zahlungen für die Hinterbliebenen geringer zu halten, glaubt Vasili Bryjak.
Die Lufthansa wolle versuchen, die Zahlungen für die Hinterbliebenen geringer zu halten, glaubt Vasili Bryjak.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Der Hinterbliebene Vasili Bryjak übt nach Germanwings-Absturz harsche Kritik an der Lufthansa. Die Fluggesellschaft wolle Zahlungen an Angehörige der Absturzopfer geringer halten.

Düsseldorf.. Am Freitag gab es unter großer Anteilnahme der Öffentlichkeit eine Trauerfeier im Kölner Dom für die Toten des Germanwings-Absturzes. Kommenden Freitag nun, genau einen Monat nach dem Absturz des Airbus A320 auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf, wird in der Düsseldorfer Rheinoper der Toten gedacht.

Absturz Am Wochenende wurde auch die Lufthansa, Muttergesellschaft der Germanwings, hart kritisiert. Von Vasili Bryjak (30). Sein Vater, der an der Düsseldorfer Oper tätige Bariton Oleg Bryjak (54) ,war eines der 150 Todesopfer des Fluges. „Die Lufthansa hält ihr Versprechen nicht und lässt uns einfach alleine“, sagte er der Zeitung "Express".

Lufthansa hatte öffentlichkeitswirksam Soforthilfe versprochen

Die Fluggesellschaft, die nur kurz nach dem Absturz großzügig, unbürokratisch und öffentlichkeitswirksam eine Soforthilfe in Höhe von 50.000 Euro innerhalb von 15 Tagen für die Hinterbliebenen versprochen hatte, zahlte bisher nicht. „Lufthansa sagt, man sei derzeit überfordert“, so Bryjak. Tatsächlich würde versucht, die Zahlungen geringer zu halten.

Der Express zitiert einen Lufthansa-Sprecher: „Wir stehen in direktem Kontakt mit den Angehörigen und weisen täglich Geld an, sobald die Dokumente vorliegen. Die letzte Entscheidung liegt weiter bei uns.“

Opferanwalt vertritt mehr als 60 Angehörige der Absturzopfer

Flugzeugabsturz Auch von der Bundeskanzlerin Angela Merkel ist Vasili Bryjak enttäuscht, weil sie falsche Prioritäten setze. Dies habe er ihr am vergangenen Freitag nach der Trauerfeier in Köln gesagt: „Es wäre vielen Angehörigen wichtig gewesen, wenn sie in Frankreich bei den Familien gewesen wäre. Oder bei anderen Treffen, etwa am Düsseldorfer Flughafen, wo Ministerpräsidentin Hannelore Kraft war.“

Die Hinterbliebenen des Düsseldorfer Opernsängers werden inzwischen wie weitere 60 Angehörige vom Mönchengladbacher Opferanwalt Christof Wellens vertreten. Er ist gleichzeitig Vorsitzender des Vereins „Crash – Gesellschaft für Opferrechte“.