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480 000 Euro sollen die Giants retten

09.12.2009 | 05:30 Uhr

Düsseldorf. Sport-Agentur legte am Dienstag Millionen für den Top-Sport fest. Die Zuschüsse für den Ski-Cup sind einsame Spitze.

Christina Begale, rechte und linke Hand des verstorbenen OB Erwin, darf weiterhin städtische Millionen-Gelder verteilen. Jetzt wird die Trennung der Sport-Agentur, deren Chefin sie ist, von der Düsseldorf Marketing und Tourismus GmbH (DMT), deren Geschäftsführerin sie mal war, endgültig vollzogen. Das „Tohuwabohu” der Streitereien mit DMT-Chefin Eva-Maria Illigen-Günther müsse beendet werden, sagte ein Aufsichtsratsmitglied der NRZ. Begale bekommt einen neuen Aufsichtsrat, der allein aus Sportpolitikern des Stadtrates bestehen soll - und noch gewählt werden muss.

Alle Feinheiten sind dafür noch nicht klar. Aufsichtsrat und Geschäftsführung sollen künftig die politische Führung im Spitzensport übernehmen - als Pendant zum Stadtsportbund, der den Breitensport vertreten darf. Als Politiker für den Aufsichtsrat werden unter anderem Monika Lehmhaus (FDP), Dirk-Peter Sültenfuß (CDU) und Günter Karen-Jungen (Grüne) genannt. Im Zuge der Reform werden die Aufsichtsräte der Stockumer Arena und der Düsseldorf Congress aufgelöst.

Was Fortuna, DEG und Timo Boll erhalten

Begales Sport-Agentur verfügt über einen veritablen Nebenhaushalt. Daraus zahlt sie 2010 zum Beispiel 110 000 Euro Sponsoring an Fortuna sowie je 90 000 Euro an die Giants, DEG, Borussia und HSG. 20 000 Euro erhält der Rochusclub für Bundesliga-Tennis. Auch der 28-jährige Tischtennis-Star Timo Boll wird mit 90 000 Euro aus städtischen Geldern unterstützt.

In dem Haushaltsplan, den Begale gestern ihrem (alten) Aufsichtsrat präsentiert hat, steht fürs nächste Jahr ein Ex-tra-Zuschuss für die Basketballer der Giants, die offenbar an chronischer finanzieller Schwindsucht leiden, was sie aber gern dementieren: Satte 480 000 Euro soll es geben.

Auch die Förderung einzelner Veranstaltungen findet sich im Nebenhaushalt der Agentur wieder. Die Entscheidungen sind künftig auf den kleinen Club um Begale verlagert und somit dem öffentlichen Geschehen im Rathaus ein Stück entzogen.

Als teuerstes Event erklimmt der Skilanglauf-Cup in der Altstadt den Gipfel mit 580 000 Euro Förderung. Im Verhältnis zu den Zuschauerzahlen wird indes ein Leichtathletik-Indoor-Treffen in Stockum ganz oben stehen: 300 000 Euro. Für den Metro-Marathon berappt die Stadt ebenso 130 000 Euro wie für einen Judo-Weltcup; letzterer ist offensichtlich für die nächsten drei Jahre gekauft. Judo, hatte Christina Begale gesagt, habe in OB Elbers den größten Förderer.

Freuen dürfen sich 2010 auch die Organisatoren der Deutschen Meisterschaft der Hockeydamen (93 000 Euro) und der Tischtennis „Europe Top 12” im Februar (64 000 Euro). Auch für Golfturniere springen immerhin noch zweimal 15 000 Euro raus.

Dem Tennis World Team Cup ist zwar ARAG als Sponsor abhanden gekommen, aber die Sport-Agentur der Stadt führt weiterhin 100 000 Euro in ihren Büchern. Es geht ihr gut, der Sportstadt!

Hintergrund:

Im nächsten Jahr steht kein Autorennen durch die Stadt an - im Etat der Sport-Agentur steht bei der Deutschen Touren-Meisterschaft, die bislang die Kö in Krach und verbranntes Gummi tunkte, eine Null. Aber im Jahr drauf tauchen die 400 000 Euro Steuergelder für die DTM wieder auf.

Agenturchefin Christina Begale stellte in ihren Wirtschaftsplan für 2011 auch 200 000 Euro für ein Leichtathletik-Event im Rather Waldstadion ein. Ein Jahr später soll die Reiselust in Sachen Olympia offenbar mit 50 000 Euro gefördert werden. Und für 2013 werden stolze 250 000 Euro für einen Schwimmwettkampf geparkt - den noch niemand kennt.

Das Sportsponsoring der Agentur schwankt jährlich zwischen 2,1 und 2,5 Mio Euro.

NRZ

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