42-Jähriger tötete Hündin

Für einen Chemiearbeiter (42) hat das Landgericht nach einem geheim durchgeführten Prozess gestern eine Strafe von 3000 Euro für die Tötung einer Chihuahua-Hündin auf 2400 Euro reduziert. Begründet hat die Kammer das nur mit wenigen Sätzen. Weil es dem Angeklagten peinlich war, für die Tötung des Mini-Hundes öffentlich angeklagt zu sein, haben die Richter alle Zuschauer einfach ausgeschlossen.

Später hieß es nur, der Mann habe die Tat gestanden, eine Therapie gegen Alkoholismus absolviert und dürfe die Strafe jetzt ratenweise abstottern. Suchen Juristen nach einer Verständigung im Strafverfahren, ist Publikum dabei nicht zugelassen. Doch auch Angeklagte müssen dann vor der Tür warten, bis Richter, Staatsanwalt und Anwälte das Ergebnis eines Rechtsgesprächs bekannt geben.

So sieht es die höchstrichterliche Rechtsprechung vor. Darüber sah das Landgericht hinweg. Das Publikum wurde von der Vorsitzenden Richterin direkt vor die Tür geschickt – angeblich für ein „Rechtsgespräch“. Doch erst nach fast dreißig Minuten durften die Zuschauer zurück in den Saal – und erfuhren, dass hinter ihrem Rücken der Prozess längst gelaufen war. Der Angeklagte habe gestanden, dass er 2012 unter Alkoholeinfluss in seiner Garather Wohnung die Mini-Hündin „Stella“, die seiner Freundin (23) gehörte, so getreten und geschlagen haben, dass „Stella“ daran starb. Seine Freundin, die den Hund erst kurz zuvor für 2000 Euro gekauft hatte, hat dem Angeklagten diesen Wutanfall längst verziehen. Im ersten Prozess beim Amtsgericht leugnete sie gar, dass ihr Freund „Stella“ getötet habe. Um der Frau ein Verfahren wegen Falschaussage zu ersparen, hat sich der Angeklagte gestern zum Geständnis entschlossen.

Warum seine Strafe reduziert wurde, blieb unklar. Im Urteil sagte die Vorsitzende Richterin: Der Mann habe ja ein „bis dahin unbescholtenes Leben“ geführt – „bis auf seine Vorstrafen“. Seine 23-jährige Freundin war mit dem Urteil zufrieden. Sie hat vor vier Monaten jetzt einen Sohn des Angeklagten zur Welt gebracht.