250 Millionen für den Hafen in Reisholz

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Düsseldorf.. Die Opposition im Stadtrat hatte mehrfach den Finger in die Wunde gelegt und moniert: Der OB ignoriere dieses wichtige Thema nahezu komplett. Jetzt ging Dirk Elbers in die Offensive. Gestern präsentierte er gemeinsam mit der Industrie- und Handelskammer den „Masterplan Industrie“.

Dabei hat sich der OB selbst um 180 Grad gedreht, sich zu Gunsten von Gewerbe und Produktions-Standorten vom „Wohnen im Hafen“ final verabschiedet. Was als „Schulterschluss von Industrie und Stadt“ im Rathaus gefeiert wurde, manifestiert sich auch in einem Leuchtturmprojekt: Der Reisholzer Hafen soll zum modernen Logistikstandort wachsen. In den nächsten zehn bis 20 Jahren ist geplant, dafür bis zu 250 Millionen Euro zu investieren. Allerdings handele es sich hierbei zunächst um eine Projektidee, bremste der OB, konkrete Planungen existieren noch nicht.

Vor zehn Monaten hatten Elbers und IHK-Chef Ulrich Lehner beschlossen, den Masterplan auf den Weg zu bringen. Seither steckten Experten von beiden Seiten, Verbänden, Industrie und Gewerkschaften die Köpfe zusammen. „Die Industrie ist ein starkes Standbein unseres Wirtschaftsstandorts und wird es bleiben. Wir wollen es zukunftsfest machen und möglichst ausbauen. Wir pflegen eine neue Diskussionskultur, wie wir sie in den vergangenen Jahren nicht hatten“, sagte Elbers.

Schlussstrich gezogen

„Diesen Dialog wollen wir regelmäßig fortsetzen. Es ist richtig und wichtig, dass die Stadt die Unternehmen aktiv unterstützen will und die Entwicklung des Industriestandortes Düsseldorf ganz oben auf der Tagesordnung steht“, betonte Lehner.

Er unterstrich nochmals die Bedeutung der Industrie, „denn die stellt hier direkt und mittelbar 35 Prozent, sprich fast 140 000 Arbeitsplätze“. Derweil stellte Elbers klipp und klar fest: „Nach vielen Jahren des Ringens um ein mögliches Wohnen im Hafen, habe ich einen deutlichen Schlussstrich gezogen. Wir begraben die Pläne, die Wohnbebauung bis zur Kesselstraße auszudehnen, um keine weiteren Konfliktfelder zu schaffen.“ Punktum.

Lob fürs neue Kraftwerk

Die wichtigsten Ergebnisse der Arbeitsgruppen: Künftige Wachstumsflächen für die Industrie sollen aufgelistet und Mobilisierungsstrategien für die Brachen entwickelt werden. Alle Standorte, wo Konflikte zwischen Wohnen und Industrie drohen, will man im Einzelfall beleuchten. Beim Thema Technologie sollen die Kooperationen zwischen Unternehmen und Hochschulen erweitert werden. Ziel ist es auch, eines der großen überregionalen Forschungsinstitute wie „Max Planck“ oder „Frauenhofer“ nach Düsseldorf zu locken.

Die Arbeitsgruppe „Energie“ lobte einhellig den Bau des neuen Gaskraftwerks an der Lausward. Stadt und IHK werden ein Energie-Effizienz-Zentrum einrichten, bei dem sich die Unternehmen für die CO2-Reduzierung beraten lassen können. Beim Thema Ausbildung ist angedacht, die Lernpartnerschaften zwischen Firmen und Schulen auszubauen. Eine spezielle Ausbildungsbörse mit dem Schwerpunkt Industrie soll’s ebenso geben wie eine Ausweitung des dualen Studiengangs auf kleine und mittlere Betriebe.

Auf dem Sektor Industrie-Image wollen Stadt und IHK neue Projekte medienwirksamer präsentieren, um mehr Verständnis in der Öffentlichkeit zu wecken. Außerdem will die Wirtschaftsförderung die Industrie beim Standortmarketing stärker in den Fokus rücken.

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