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"2012" - die Mutter aller Katastrophenfilme

07.11.2009 | 10:19 Uhr
"2012" - die Mutter aller Katastrophenfilme

Düsseldorf. Roland Emmerichs Endzeitvisionen, eine ziemlich bissige junge Lady, ein Weihnachtsklassiker, Paartherapie und Michael Moores neue Abrechnung mit dem Kapitalismus - Donnerstag ist Kinotag. Überall laufen die neuen Filme an. Ein Überblick.

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2012

Deutscher Kinostart: 12. November 2009

Regie: Roland Emmerich

Darsteller: John Cusack, Chiwetel Ejiofor, Amanda Peet, Oliver Platt, Thandie Newton, Danny Glover, Woody Harrelson u.a.

2012. Fünf Jahre nachdem die Klimakatastrophe die Leinwand verdunkelt hat, kündigt der Master of Disaster neues Ungemach an. Nichts weniger als die „Mutter aller Katastrophenfilme” erwartet den Zuschauer in diesem von einem Maya-Kalender inspirierten Szenario: Für 2012 sagt der nämlich den Weltuntergang voraus, und Emmerich fügt dem feurigen Armageddon aus Erdbeben, Tornados und Flutwellen eine biblische Rettung an. Woody Harrelson mimt diesmal den Wissenschaftler mit der Endzeitvision, aber niemand hört auf seine Kassandrarufe aus dem Yellowstone Nationalpark. Unter dem Siegel der Verschwiegenheit der chinesischen Totalzensur basteln die Regierungen der Welt an der Rettung der Spezies. Derweil verfolgt der Ensemble-Film über den Globus verteilt Menschen, die für ihr Überleben kämpfen: So versucht John Cusack, seine getrennte Familie in Luft, Land und Wasser zu retten. Mit geradezu kindlicher Lust wird hier die Welt zerstört, in allem Chaos bleibt jedoch stets Zeit für optische Gags und dramatische Liebeserklärungen. Emmerichs ultimativer Digitalwelten-GAU führt an seine Anfänge zurück: „Das Arche Noah-Prinzip”. (Vorpremiere 11. November, 20 Uhr: UFA-Palast Hbf ., UCI Hafen, Cinestar Oberkassel)

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Jennifer's Body - Jungs nach ihrem Geschmack

Deutscher Kinostart: 5. November 2009

Regie: Karyn Kusama

Darsteller: Megan Fox, Amanda Seyfried, Adam Brody, J.K. Simmons u.a.

JENNIFER'S BODY - JUNGS NACH IHREM GESCHMACK.   Brave Mädchen kommen bekanntlich in den Himmel, aber mit denen hatte Drehbuch-Autorin Diablo Cody auch in der Komödie „Juno” wenig im Sinn. Diesmal lässt sie dem weiblichen Sexus im Körper der Titelfigur Jennifer freien Lauf, dass es den Highschool-Boys das Blut in den Adern gefrieren lassen könnte. Aber Cheerleaderin Jennifer macht ihre Beute erst noch richtig heiß, schließlich will sie das Blut ja noch trinken…

Das konventionelle Highschool-Sujet mischt Cody mit Blutspritzern und einer unersättlichen Campus-Killerin auf. Die Geschichte einer Freundschaft, bei der die Schöne die Bestie und die graue Maus die Gute ist, kann in der Inszenierung von Karyn Kusama nur verhalten mit der ironischen Eleganz von Diablo Cody umgehen, umso wohler fühlt sich Megan Fox in Jennifers Body. (UFA-Palast Hbf.)

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Disneys Eine Weihnachtsgeschichte

Deutscher Kinostart: 5. November 2009

Regie: Robert Zemeckis

Darsteller: Jim Carrey, Gary Oldman, Colin Firth, Robin Wright Penn u.a.

DISNEY'S EINE WEIHNACHTSGESCHICHTE.   Alle Jahre wieder kümmert sich Disney um die vorweihnachtliche Herzenswärme an der Kinokasse. Auf das es uns nicht so ergeht wie dem alten Menschenfeind Scrooge aus Dickens Weihnachtsgeschichte (der um seine Autorenschaft im Titel schlicht beraubt wird), dem statt dem Christkind die Geister der Vergangenheit, der Gegenwart und seiner betrüblichen Zukunft erscheinen. Nach „Der Polarexpress” hat Robert Zemeckis erneut im Motion-Capture-Verfahren seine Stars (kaum zu erkennen: Jim Carey, Gary Oldman, Robin Wright Penn, Bob Hoskins) ins virtuelle Bild einer klassischen Weihnachtsgeschichte digitalisiert. Diese gerät allerdings zu einer düsteren, mit allerlei 3-D-Effekt-Schreckvisionen ausgestalteten Schicksalslektion, die für Kinder ungeeignet (FSK ab 12) und für Erwachsene etwas einfältig daher kommt. (UFA-Palast Hbf ., UCI Hafen, Cinestar Oberkassel)

Kapitalismus - Eine Liebesgeschichte. © Concorde Filmverleih

KAPITALISMUS: EINE LIEBESGESCHICHTE.   Die Finanzkrise ist das gefundene Fressen für den notorischen Systemkritiker Michael Moore, der seine Liebe zum Kapitalismus als veritable Hassliebe mit polemischen Spitzen zelebriert. Die „stupid white men” sind es also weiterhin, die von „Roger and Me” (Autoindustrie) über „Bowling for Columbine” (Waffenindustrie) bis „Fahrenheit 9/11” (Bush-Reaktionäre) und „Sicko” (Gesundheitsmafia) eine Spur der Verwüstung, Verzweiflung und Verantwortungslosigkeit nicht nur durch die USA ziehen. Da setzt Moore in einer Mischung aus Don Quichote und Inspektor Columbo schluchzende Opfer vor dem Nichts gegen stotternde Täter, die sich ihre Inkompetenz mit feisten Boni und Abfindungen kompensieren lassen. Im bewährt unterhaltsam-satirischen Mix aus originellen Kommentaren und Blickwinkeln ist Moores Zwei-Stunden-Doku ein Crashkurs in Kapitalismus-Schmähung, deren Besserwissen allerdings nur dünnes Bessermachen anhand von hoffnungsfrohen Genossenschaftsbetrieben aufweisen kann. (Preview am 9. November, 20 Uhr, im Atelier, Savoy Theater)

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All inclusive

Deutscher Kinostart: 5. November 2009

Regie: Peter Billingsley

Darsteller: Vince Vaughn, Jason Bateman, Jon Favreau, Kristen Bell u.a.

ALL INCLUSIVE.   Die idyllische Lage des Urlaubsparadieses „Eden Resort” täuscht: Die Lage von Jason und Cynthia ist alles andere als paradiesisch. Dort wollen sie ihre bröselnde Ehe kitten, aus Kostengründen kommen gleich drei befreundete Paare mit. Doch die hatten sich den Traumurlaub anders vorgestellt als ihnen der Institutsleiter Monsieur Marcel (als exaltierter Esoterik-Guru: Jean Reno) nun sanft aber unnachgiebig vorschreibt: Selbsterfahrung statt Zerstreuung. Die spätromantische Komödie von Produzent und Regiedebütant Peter Billingsley zieht so manchen Gag aus spätpubertierenden Durchschnittsamerikanern in Partylaune und betulich versnobten Europäern. Doch mit seinem arg versöhnlichen Beziehungskit(t)sch kann der Film die sehr absehbaren Attraktionen der Mainstream-Pauschalklasse nicht hinter sich lassen. (UFA-Palast Hbf ., UCI Hafen, Cinestar Oberkassel)

Résiste - Aufstand der Praktikanten. (c) Movienet Film GmbH

RÉSISTE - AUFSTAND DER PRAKTIKANTEN.   Die „Generation Praktikum“ ist zwar längst als Mediengespinst entlarvt, aber sei´s drum: die Praktikanten sind die Proletarier der Moderne. Sie sind hoch motiviert und niedrigst bezahlt, mit Versprechungen und Hoffnungen geködert und kalt lächelnd abserviert. Aus der Not macht Till eine Tugend und macht sich nach seinem Rauswurf als Berater für Schicksalsgenossen selbständig. Das Geschäftsmodell ist ein Hit, die Nachfrage ist riesig und die Praktikantenagentur wirft sogar Geld ab. Der Erfolgt lockt auch Tills Jugendfreundin Sydelia an, doch ihr geht es weniger um Geschäftserfolg als um eine soziale Bewegung. Bald steckt der Laden in einer Führungskrise, der Kapitalismus hat so seine menschelnden Tücken.

Jonas Grosch widmet sich nach der Dokumentation „Der Weiße mit dem Schwarzbrot“ über die Weltverbesserungsversuche seines Onkels, des Ex-RAF-Terroristen Christof Wackernagel erneut der Diskrepanz zwischen sozialer Utopie und Realität. Mit Katharina Wackernagel als Sydelia und ihren Eltern Christof und Sabine gerät das Projekt quasi zum Familienunternehmen. Doch anders als etwa „Muxmäuschenstill“ scheitert der ironisch-gesellschaftskritische Ansatz an inszenatorischen Schwächen und einem flachen Plot. (Preview am 5. November, 20 Uhr, im Metropol mit Jonas Grosch und Katharina Wackernagel)

Philipp Koep

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Kommentare
06.11.2009
14:51
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von Achmed und Salim | #2

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06.11.2009
08:52
Blockierter Kommentar.
von EricCartman | #1

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