160 Kilo Haschisch – lange Haftstrafe

Mit fünfeinhalb Jahren Haftstrafe hat das Landgericht gestern die Rolle eines 46-jährigen Vietnamesen als Bandenhelfer bei einer gigantischen Drogenplantage geahndet. 2012 waren im Gerresheimer Hochbunker fast 3200 Haschisch-Pflanzen und eine professionelle Zuchtanlage entdeckt worden, zudem 160 Kilo erntereifer Drogen und verkaufsfertiges Rauschgift im Wert von mehreren Millionen Euro.

Laut Anklage soll der 46-Jährige mindestens vier seiner Landsleute, die über Schleuser illegal eingereist waren, über Monate hinweg wie Sklaven gehalten und sie bei ihrer Arbeit unter ständiger Lebensgefahr beaufsichtigt haben.

Bei einem früheren Prozess ging das Landgericht davon aus, dass die „Erntehelfer“ nur Handlanger einer internationalen Drogenbande waren, hatte sie daher mit Bewährungsstrafen entlassen. In einer zweiten Prozesswelle sollte nun der erste Drahtzieher der rekordverdächtigen Anlage zur Verantwortung gezogen werden. Doch dem jetzt verurteilten Familienvater war nur nachzuweisen, dass er zumindest ein Helfer dieser Drogen-Bande war. Der 46-Jährige hatte nur geringe Tatbeiträge eingeräumt, ein umfassendes Geständnis aber verweigert.

Laut Zeugenaussagen hatte er zur Arbeit gezwungene Landsleute vielfach mit Nahrung versorgt und den Ausgang aus dem verwinkelten Bunkerlabyrinth dann stets wieder verschlossen. Die gefangene Plantagen-Crew musste tausende von Hasch-Pflanzen dann betreuen und ernten, musste im Drogendunst der Rauschgiftstation schlafen – und unter Lebensgefahr mit ungesicherten Stromleitungen hantieren. 166 Wärmelampen mit je 600 Watt haben das stickig-feuchte Klima in der fünften und sechsten Bunker-Etage noch zusätzlich erhitzt. Das Gericht ging davon aus, dass der Angeklagte nicht der Ober-Chef war, aber doch der Beihilfe zum bandenmäßigen Drogenhandel schuldig ist sowie der schweren Freiheitsberaubung. Die Staatsanwältin hatte der 46-Jährigen dagegen als Führungsmitglied der Drogenbande eingestuft und acht Jahre Haft für ihn gefordert.