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140 Bäume an den Deichen müssen weichen

22.01.2015 | 00:12 Uhr

Rund und 5000 Bäume stehen im Bereich der Deiche und Hochwasserschutzanlagen von Düsseldorf. Der Sturm „Ela“ hat auch entlang des Rheins zu erheblichen Schäden am Baumbestand geführt: Mehr als 20 Bäume, die auf Deichen standen und in einer besonders exponierten Lage dem Pfingststurm am 9. Juni ausgesetzt waren, sind umgestürzt, davon alleine 18 in Volmerswerth.

Zahlreiche Gehölze sind zudem durch Ast- und Kronenabbrüche im erheblichen Umfang geschädigt worden. Auch die Deiche trugen durch herausgerissene Wurzelteller große Schäden davon. Nach den Aufräumarbeiten und der Instandsetzung der Deiche wurden nochmals rund 1400 Bäume auf den Deichen in Lohausen, an der Lausward, in Hamm, Volmerswerth, Lörick und in Niederkassel durch die Sachverständigen Ralf Keller aus Issum und Wolf D. Meyer-Ricks aus Meerbusch einzeln untersucht – das Ergebnis: 140 Bäume müssen aufgrund von Sturmschäden und Erkrankungen gefällt werden.

Besser erkennen

„Die Fällarbeiten müssen bis Ende Februar vor der Schonzeit vollzogen sein. An 457 Bäumen müssen Kronenrückschnitte zur Wiederherstellung der Baumstandfestigkeit oder durch Entfernung von Totholz aus Gründen der Verkehrssicherheit vorgenommen werden“, erklärte Stadtdirektor Manfred Abrahams beim Pressetermin mit dem Stadtentwässerungsbetrieb und dem Gartenamt vor Ort.

Die Schäden gleichen denen, die sich nach „Ela“ auch an den Bäumen im Straßenraum und den Parkanlagen zeigten. „Die betroffenen Bäume weisen Kronenbrüche, Stammrisse, Wurzelschädigung, Stockfäule und Pilzbefall auf und können nicht mehr erhalten werden. Es handelt sich hierbei zum überwiegenden Teil um Pappeln, die aufgrund ihrer Eigenschaften und ihres Alters besonders anfällig sind“, erläuterte Gründezernentin Helga Stulgies.

Die Pflegearbeiten sollen im belaubten Zustand erfolgen, um geschädigte oder auch abgestorbene Äste besser erkennen zu können. Während der Arbeiten an und auf den Deichen müssen Wege zeitweise abgesperrt werden.

Für die gefällten Bäume wird es auf den Deichen keine Ersatzpflanzungen geben, da dies aus Gründen des Deichschutzes nicht mehr zulässig ist. Bäume können die Standsicherheit des Deiches gefährden, so dass die geltenden Vorschriften Neupflanzungen auf Deichen nicht mehr erlauben. „Der Stadtentwässerungsbetrieb beabsichtigt aber, demnächst ein Gesamtkonzept zum stadtweiten Umgang mit Bäumen auf Deichen erstellen zu lassen.

Ein zweiter Schritt

Dabei sollen auch geeignete Flächen, zum Beispiel im Rheinhinterland, gefunden werden, auf denen Ersatzpflanzungen zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden können“, kündigte Claus-Henning Rolfs, Leiter des Stadtentwässerungsbetriebs, an und ergänzte, dass die Wiederherstellung der Verkehrssicherheit an Deichen mit Fäll-, Schnitt- und Reparaturarbeiten rund 570 000 Euro kosten wird.

Zum Hintergrund: Düsseldorf verfügt über rund 42 Deich-Kilometer. Die Aufräumarbeiten nach dem Orkan konzentrierten sich zuerst auf das Freiräumen von Wegen, die durch umgestürzte Bäume oder abgebrochenes Geäst blockiert waren. In einem zweiten Schritt wurden abgebrochene Äste aus den Baumkronen entfernt, um eine gefahrlose Benutzung von Wegen zu ermöglichen.

Die Aufräumarbeiten und Instandsetzungsarbeiten an den Deichen wurden bis zum Jahresende abgeschlossen. In einem dritten Schritt soll nun die dauerhafte Stand- und Verkehrssicherheit der Bäume wiederhergestellt werden. Für die Ersatzpflanzung von verloren gegangenen Bäumen soll ein Konzept erarbeitet werden.

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2015-01-22 00:12
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